"Gelber Schein": 2016 bringt Änderungen bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

07.10.2015

Wer kennt ihn nicht, den „gelben Schein“, mit dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit eines Beschäftigten belegt? Bisher wurde diese Bescheinigung nur bis zum Ablauf der gesetzlichen Entgeltfortzahlung (also max. sechs Wochen) benutzt. Danach wird das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit auf dem sog. Auszahlschein der jeweiligen Krankenkasse bescheinigt. Aufgrund dieses Dokumentes zahlt die Krankenkasse dann das Krankengeld an den Versicherten aus. Im kommenden Jahr stehen hier Änderungen an, die Beschäftigte kennen sollten.

Denn ab 2016 wird die Funktionalität der AU-Bescheinigung erweitert. Künftig wird dieser Vordruck auch nach Ablauf der Entgeltfortzahlung genutzt. Dazu wurden weitere Angaben in das Formular aufgenommen, sodass die Krankenkasse keine eigenen Auszahlscheine mehr benötigt. In der Vergangenheit kam es gelegentlich zu Problemen, wenn für die weitere Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit dem Versicherten und der Arztpraxis kein neuer Auszahlschein der Krankenkasse vorlag. In einzelnen Fällen führte das sogar zum Verlust des Krankengeldanspruchs.

Der

Diese Probleme werden durch den neuen Vordruck beseitigt.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist in jeder Praxis stets vorrätig. So kann der Arzt also die Bescheinigung in jedem Falle ausstellen, ohne auf einen Vordruck der Krankenkasse warten zu müssen.

Da natürlich auch der neue Vordruck eine Durchschrift für den Arbeitgeber enthält und dieser Vordruck auch nach Ende der Entgeltfortzahlung weiterhin verwendet wird, bekommt so auch der Arbeitgeber während des Krankengeldbezuges regelmäßige Informationen über das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit. Bisher war er hierzu auf Angaben des Mitarbeiters angewiesen, bzw. musste er diesen jeweils befragen.

Hinweis: Selbstverständlich werden auch weiterhin auf der Ausfertigung für den Arbeitgeber keine Diagnosen stehen.

 

Sieht anders aus: Ein Auszug aus der AU-Bescheinigung (Photo: GKV-Spitzenverband)

 

Neu ist zudem, dass in den Vordruck aufgenommen wird, wann der Patient spätestens wieder beim Arzt vorstellig werden muss, um die nahtlose Bescheinigung und Dokumentation der Arbeitsunfähigkeit sicherzustellen. So sollen künftig Probleme mit den Bezug von Krankengeld vermieden werden. Die Anwendung des Vordrucks ab 1. Januar 2016 ist obligatorisch.

Und so sieht der neue Vordruck in Gänze aus.

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