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Internationaler Frauentag 2012

Am 8. März 2012 ist Weltfrauentag. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen wollen die Gewerkschaften auf die berufliche Situation von Frauen aufmerksam machen. Unter dem Motto "Heute für morgen Zeichen setzen" fordern Sie die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in der Berufswelt.

Grafik: DGBGleichstellung ist kein Luxus

Trotz Finanz- und Schuldenkrise: Für Ingrid Sehrbrock ist Gleichstellungspolitik kein verzichtbarer Luxus. In ihrem Aufruf zum Internationalen Frauentag 2012 fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende endlich die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Zwar seien Frauen in Deutschland heute gut ausgebildet und immer häufiger auch berufstätig. Aber gerade am Arbeitsmarkt würden Frauen weiter benachteiligt.

Tatsächlich belegen Zahlen des statistischen Bundesamtes (Destatis), dass Frauen im Jahr 2010 durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer verdient haben. Während in Ostdeutschland Frauen nur sechs Prozent weniger als Männer verdienen, sind es im Westen 25 Prozent.

Der wichtigste Grund für die unterschiedlichen Einkommen von Frauen und Männern: Nach wie vor arbeiten Frauen häufig in klassischen Frauenberufen mit geringen Verdienstchancen, etwa als Kosmetikerin, Erzieherin oder Altenpflegerin. Außerdem gehen viermal mehr Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nach als Männer.

Rechnet man all diese Faktoren heraus, bleibt dennoch ein "Gender Pay Gap" von etwa acht Prozent bestehen. Das bedeutet: Auch wenn Frauen über die gleichen Qualifikation verfügen und eine gleichwertige Tätigkeit ausüben, verdienen sie dennoch durchschnittlich etwa acht Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Gewerkschaften fordern Entgeltgleichheit per Gesetz 

Aus diesem Grund treten die Gewerkschaften für ein Entgeltgleichheitsgesetz ein. Das Gesetz könnte Unternehmen dazu verpflichten, die Bezahlung in ihrem Unternehmen zu überprüfen und einen Entgeltbericht zu erstellen. Die Betriebsräte könnten diesen Bericht auf mögliche Benachteiligungen hin überprüfen. Liegt eine Diskriminierung vor, etwa aufgrund des Geschlechts, müsste der Arbeitgeber diese zeitnah beseitigen und für eine gerechte Bezahlung sorgen.

Eine solche Regelung könnte nicht nur die ungerechte Bezahlung von Männern und Frauen verhindern, sondern zum Beispiel auch unterschiedliche Stundenlöhne für Minijobber und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte verbieten. Der DGB macht hier darauf aufmerksam, dass vor allem Frauen zu Niedriglöhnen arbeiten müssen. Zum Weltfrauentag bekräftigen die Gewerkschaften daher auch ihre Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Außerdem sollten "klassische Frauenberufe" gesellschaftlich wie finanziell besser anerkannt werden.

Damit Frauen wie Männer Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können, fordern die Gewerkschaften zudem den Ausbau der Kinderbetreuung. Das von CDU/CSU geplante Betreuungsgeld für nicht arbeitende Mütter lehnen sie dagegen ebenso ab wie alle anderen Regelungen, die den beruflichen Ausstieg von Frauen fördern.

Weiterhin treten die Gewerkschaften für mehr Frauen in Führungspositionen und eine feste Frauenquote in Aufsichtsräten von 40 Prozent ein. Das IG-Metall-Vorstandsmitglied Christiane Benner ist sich sicher, dass Frauen in Spitzenpositionen andere Frauen motivieren, sich beruflich weiterzuentwickeln. Außerdem müssten Unternehmen bei einer Frauenquote für Führungskräfte Frauen auch auf anderen Ebenen besser fördern.

Fakten zum Thema Frauen im Arbeitsleben

  • 1955 verbietet das Bundesarbeitsgericht "Frauenlohngruppen". Bis dahin verdienten Frauen ganz offiziell bis zu 40 Prozent weniger als Männer. Nach dem Urteil werden Leichtlohngruppen für leichte Arbeiten eingeführt. In diese werden überwiegend Frauen eingruppiert.

  • Bis 1957 brauchen Frauen in West-Deutschland die Erlaubnis ihres Ehemannes, wenn sie einem Beruf nachgehen wollen. Noch in den 1970er Jahren sind Frauen nur dann berechtigt erwerbstätig zu sein, wenn dies "mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist" (§ 1356 Absatz 1 BGB). Erst seit 1977 lautet der entsprechende Absatz: "Beide Ehegatten sind berechtigt, erwerbstätig zu sein."

  • 1969 beschließt der DGB ein Programm für Arbeitnehmerinnen. Es wird zur Grundlage aller weiteren Forderungen des DGB beim Thema Frauen im Arbeitsleben. In dem Programm heißt es: "Die Frauen sichern durch ihre berufliche Tätigkeit nicht nur ihre Existenz. Sie entwickeln durch sie ihre Fähigkeiten und Impulse zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit."

  • 2009 sind 36 Prozent der Frauen in Berufsgruppen tätig, die zu mehr als 80 Prozent von Frauen ausgeübt werden. Nur in wenigen Berufen - etwa bei Versicherungs- und Bankfachleuten - arbeiten annähernd gleich viele Frauen wie Männer. In den vergangen Jahren allerdings steigt der Anteil von Frauen in "Männerberufen" mit Hochschulstudium, zum Beispiel bei Ärzten, Rechtsanwälten und Wirtschaftswissenschaftlern.

  • Im Jahr 2010 waren in Deutschland fast 70 Prozent der der 20- bis 64-jährigen Frauen erwerbstätig. Gut 45 Prozent arbeiteten in Teilzeit. Damit hat Deutschland EU-weit eine der höchsten Teilzeitquoten bei Frauen. Nur in den Niederlanden ist mit einer Quote von knapp 75 Prozent die Teilzeitarbeit unter Frauen noch verbreiteter als hierzulande. Im EU-Durchschnitt liegt sie bei gut 30 Prozent. Jede zweite Frau gab an, die arbeite in Teilzeit, weil sie Kinder oder andere Familienmitglieder betreuen müsse.

  • 2010 sind 45 Prozent aller Arbeitnehmer weiblich. Im selben Jahr sind fast 28 Prozent aller Führungskräfte weiblich - ein neuer Höchststand. Vor allem in kleineren Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten schaffen Frauen den Aufstieg in die Führungsetagen (35 Prozent). In größeren Unternehmen sind dagegen nur gut 23 Prozent der Führungskräfte Frauen. Mehr weibliches Spitzenpersonal gibt es auch bei den unter 39-jährigen Führungskräften: Hier liegt der Frauenanteil bei 38 Prozent.

  • 2011 sind in Deutschlands börsennotierten Unternehmen mehr Frauen als jemals zuvor in Vorständen und Aufsichtsräten vertreten, wie das Manager Magazin berichtet. Allerdings liegt der Frauenanteil immer noch bei bescheidenen 4,18 Prozent.

Externe Link-Tipps:

Online-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema "Frauen in Deutschland" mit zahlreichen Informationen und Info-Grafiken. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem Thema Frauen in der Arbeitswelt.
www.bpb.de/frauen

Informationsseite des DGB für Frauen mit wichtigen Informationen, zentralen Forderungen des DGB und Veranstaltungshinweisen.
www.frauen.dgb.de

Interview mit Christiane Benner, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zum Internationalen Frauentag 2012.
www.igmetall.de

Autor: Stephan Trinius / Grafik: DGB / Text aktualisiert am 7. März 2012

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