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Arbeitsmarkt der Zukunft

Wie sieht der Arbeitsmarkt im Jahr 2030 aus? In welchen Berufsgruppen werden Fachkräfte knapp? Wer werden die Gewinner sein, wer die Verlierer? Zwei Institute wagen einen gemeinsamen Ausblick.

Schild mit Aufschrift ZukunftFachkräftemangel wird kommen

Politik und Wirtschaft warnen schon heute vor einem drohenden Fachkräftemangel oder gar einem generellen Mangel an Arbeitskräften. Neue Modellberechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) zeigen: Tatsächlich wird künftig in einigen Berufsfeldern das Angebot an Arbeitskräften die Nachfrage nicht mehr decken können. Allerdings wird dies erst fünf Jahre später eintreten als bislang vermutet.

10 Prozent weniger Arbeitnehmer

Ab dem Jahr 2030 sagen die Arbeitsmarktforscher einen gesamtwirtschaftlichen Engpass bei den Arbeitskräften voraus. Bis dahin werden 19 Millionen Menschen den Arbeitsmarkt verlassen, nur 15,5 Millionen werden neu auf den Arbeitsmarkt hinzukommen. Insgesamt werden 2030 nur noch gut 39 Millionen Erwerbspersonen in Deutschland leben und damit fast zehn Prozent weniger als heute.

In vielen Branchen und Regionen wird dann das Angebot an Arbeitskräften den Bedarf nicht mehr decken können. Allerdings wird der Fachkräftemangel je nach Region und Branche deutlich unterschiedlich ausfallen. Ob Fachkräfte knapp werden hängt nicht nur vom  Qualifikationsniveau und der Branche ab, sondern auch davon, ob Quereinsteiger relativ leicht eingearbeitet werden können.

Schlechte Aussichten für Ungelernte

Während bei akademischen Berufen 2030 die Zahl der Bewerber leicht über dem Angebot liegen wird, sagen die Institute bei Fachkräften der mittleren Qualifikationsebene einen erheblichen Mangel voraus. Vor allem in den Gesundheits- und Pflegeberufen wird die Arbeitsmarktsituation angespannt sein, aber auch bei verarbeitenden Berufen, Tätigkeiten im Warenhandel, Vertrieb, der Gastronomie und in der Reinigungswirtschaft. Mehr Bewerber als nachgefragt wird es dagegen unter anderem geben in Büro- und kaufmännischen Dienstleistungsberufen, in Rechtsberufen sowie in wirtschaftswissenschaftlichen und Managementberufen.

Allerdings: In diesen einzelnen Berufsfeldern sind zum Teil mehrere hundert Berufe zusammengefasst. Unterschiedliche Entwicklungen innerhalb dieser Berufskategorien sind daher durchaus möglich. Bei hochqualifizierten Einzelberufen kann also durchaus ein Engpass entstehen, obwohl das Berufsfeld insgesamt keinen Fachkräftemangel aufweist.

Nicht verbessern wird sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Im Gegenteil: Bis 2030 wird der Bedarf an Ungelernten weiter sinken, ihre Beschäftigungschancen bleiben damit schlecht.

Später als erwartet

Bislang gingen die Institute davon aus, dass bereits im Jahr 2025 ein starker Engpass bei den Arbeitskräften herrschen würde. Doch in den vergangenen Jahren strebten nicht nur junge Menschen deutlich häufiger höhere Bildungsabschlüsse an. Auch stieg die Erwerbsquote von älteren Personen und Frauen. Diese Entwicklungen milderten den Fachkräftemangel, so dass erst im Jahr 2030 mit einem gesamtwirtschaftlichen Engpass zu rechnen sei.

Die Institute benennen auch mögliche Maßnahmen, um den Fachkräftemangel abzumildern. Eine höhere Zuwanderung allein kann nach Ansicht der Institute den Rückgang der Arbeitskräfte nicht stoppen. Möglich seien daher Veränderungen beim Ausbildungs- und Erwerbsverhalten. Da die Forscher vor allem mit einem Engpass bei Arbeitskräften mit mittlerem Qualifikationsniveau rechnen, dürfe die Politik nicht allein das Ziel verfolgen, die Akademikerquote weiter zu erhöhen. Zudem müsste in mehr Berufsfeldern ausgebildet und Mitarbeiter weiterqualifiziert werden. Denkbar sei aber auch, dass Arbeitnehmer in Zukunft länger arbeiten müssten.

Link-Tipp: Den BIBB-Report "Engpässe auf dem Arbeitsmarkt: Geändertes Bildungs- und Erwerbsverhalten mildert Fachkräftemangel" können Sie auf den Seiten des BIBB kostenlos herunterladen.

Text: Stephan Trinius, mit Material vom BIBB

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