Die Entwicklung der Pandemie spiegelt sich in den Daten der gesetzlichen Unfallversicherung. Denn unbeirrt vom Wunschdenken vieler Menschen klettern die COVID-19-Krankheitsfälle nach oben: Im ersten Halbjahr 2022 gingen bei den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen 175.430 Anzeigen auf eine der Pandemie geschuldete Berufskrankheit ein. Laut DGUV überstieg diese Zahl deutlich die Meldungen des ganzen Jahres 2021.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Spitzenverband der Unfallversicherungsträger, verzeichnet seit 2020 nach eigenen Angaben mehr als 220.000 Versicherungsfälle im Zusammenhang mit Corona. Im Einzelnen wurden bei 195.739 Erkrankten COVID-19 als Berufskrankheit anerkannt. Dazu addieren sich 20.452 Erkrankungen, bei denen die Infektion als Arbeitsunfall anerkannt wurde und 12.496 Erkrankungen in der Schülerunfallversicherung.

Ein Großteil der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit entfalle auf die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Bis Ende Juni seien bereits 131.757 Anzeigen eingegangen. Diese Halbjahresmeldung ist bereits um knapp 18 Prozent höher als das gesamt Vorjahr mit 111.126 Anzeigen.

Für DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Hussy sind die pandemiebedingten Erkrankungen „eine erhebliche Herausforderung für die gesetzliche Unfallversicherung“. Denn die Pandemie hat die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit nach oben schnellen lassen. In den Jahren vor der Pandemie seien es durchschnittlich 75.000 bis 80.000 Anzeigen gewesen. Er weist zudem darauf hin, dass die Unfallversicherungsträger inzwischen auch Versorgungsangebote für Versicherte geschaffen haben, die von Post-COVID betroffen sind.

 

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