Teambildende Maßnahmen - Mitbestimmung

Worum geht es?

Welche Rechte hat der Betriebsrat, wenn es um teambildende Maßnahmen geht? Welche Rechte hat der einzelne Mitarbeiter? Hintergrund: Durch einen Mitarbeiter haben wir erfahren, dass in seiner Abteilung eine sogenannte Teambuilding-Maßnahme gurchgeführt werden soll. Sie soll außerhalb der üblichen Arbeitszeit stattfinden. Sie wird als Belohnung für gute Arbeit in der Vergangenheit verkauft. Wir wissen aber, dass es diverse Probleme innerhalb der Abteilung gibt.


Und das sagt der Experte!

Im Hinblick auf teambildende Maßnahmen, die außerhalb der üblichen Arbeitszeit stattfinden und für die kein Freizeitausgleich erfolgt, kommt grundsätzlich ein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG in Betracht, da es sich dabei um eine Angelegenheit im Zusammenhang mit der vorübergehenden Verlängerung der betriebsüblichen Arbeitszeit handeln könnte. Problematisch ist jedoch, ob es sich bei der teambildenden Maßnahme tatsächlich um „Arbeitszeit“ handelt, da ja streng genommen während der Teambuildung-Maßnahme keine Arbeitsleistung zu erbringen ist.

Geht man vom Vorliegen eines Überstundentatbestands aus, so ist hinsichtlich des einzelnen Mitarbeiters die Regelung zur Arbeitszeit in dessen Arbeitsvertrag, in der Betriebsvereinbarung bzw. im Tarifvertrag maßgeblich. Danach richtet sich, wie die vom Arbeitnehmer zu erbringende Arbeitsleistung überhaupt ausgestaltet ist, d.h. welche Arbeitszeit er schuldet. Entscheidend ist dann, ob der der Arbeitsvertrag eine Pflicht zur Leistung von Überstunden vorsieht, d.h. der Arbeitgeber im Einzelfall überhaupt berechtigt ist, Überstunden anzuordnen und wie diese im Einzelnen (Freizeitausgleich oder Vergütung) abgegolten werden.

 

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Antworten nur um eine kurze, erste Einschätzung des Sachverhaltes handelt und nicht um eine abschließende anwaltliche Beratung. Im übrigen gelten Nutzungsbedingen & Datenschutzerklärung des Expertenrat.

 

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