Minijobs werden in Krisenzeiten oft als erste abgebaut. Auch bezüglich der Arbeitsbedingungen und -konditionen gibt es an der geringfügigen Beschäftigung aus Sicht des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen viel zu kritisieren: Allgemeine Kündigungsfristen hätten in der Praxis häufig keinen Belang, die Beschäftigten bekämen kein Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Anzahl der Minijobberinnen und Minijobber zwischen Dezember 2019 und April 2020 von 7,6 auf 7 Millionen reduziert. Das IAQ fürchtet einen weiteren Abbau infolge der sogenannten zweiten Welle: “Offensichtlich zählen die Minijobbenden zu den ersten, die in Krisenzeiten ausgesteuert werden”, so Dr. Jutta Schmitz-Kießler.

Die Pandemie lege weitere Probleme dieser Beschäftigungsform offen. So würden häufig arbeits- und tarifrechtliche Ansprüche wie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder tarifliche Zuschläge nicht gewährt. Gründe dafür seien, dass entweder die tatsächlichen Ansprüche nicht bekannt sind, oder weil die prekäre Lage der Beschäftigten ausgenutzt wird.

Darüber hinaus spielten auch die allgemeinen Kündigungsfristen in der Praxis häufig keine Rolle: “Sie werden einfach nicht eingehalten und umgesetzt, weil Minijobbende oft in Kleinbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten tätig sind und das Kündigungsschutzgesetz dort nicht gilt.” Außerdem bekämen die Betroffenen kein Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld, weil für sie keine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung besteht.

Vor allem für diejenigen, die den Minijob als Hauptbeschäftigung ausüben und die im Haushalt nicht durch ein weiteres Einkommen abgesichert sind, sei der abrupte Wegfall der Beschäftigung und des Einkommens existenzbedrohend. Als Beispiele werden Studierende oder Alleinerziehende genannt. Kein Wunder also, dass Schmitz-Kießler vor einer Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze auf bis zu 600 Euro – wie sie momentan diskutiert wird – warnt: Das verschärfe die Probleme.

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