Mehr als ein Viertel aller Rentnerinnen und Rentner ist in den ersten drei Jahren nach dem Übergang in die Altersrente erwerbstätig. Das hat auch, aber keineswegs nur, finanzielle Gründe. Dies zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die Freude an der Arbeit und an der beruflichen Aufgabe sowie der Kontakt zu anderen Menschen sind – neben dem Geld – die wesentlichen Treiber, weshalb sich Rentnerinnen und Rentner nicht nur Ruhe setzen. Ein Trend, der sich seit einigen Jahren zeigt: Dier Erwerbsquote der 65- bis unter 70-Jährigen stieg von 2005 bis 2017 von 6,3 Prozent auf 16,3 Prozent. Die neuen Alten sind eben so fit wie noch nie.

Von den nicht erwerbstätigen Personen im Rentenalter würden 13 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer gerne arbeiten. Das sagen nach der IAB-Analyse insbesondere Frührentner und Männer, die bis zum Renteneintritt berufstätig waren. Die Autoren schließen daraus, dass “der Zeitpunkt des Renteneintritts unfreiwillig früh erfolgte”. Anders präsentiert sich die Situation bei nicht erwerbstätigen Rentnerinnen. Unter ihnen ist der Anteil hoch, der ganz regulär in Rente gegangen ist, also “insgesamt eine hohe Arbeitsmarktorientierung” aufweist”.

Interessesant ist ein weitere Studienergebnis: Je höher das Erwerbseinkommen war, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Männer und Frauen auch nach dem Renteneintritt erwerbstätig sind. Allerdings haben 70 Prozent der erwerbstätigen Rentnerinnen und rund 50 Prozent der Rentner angegeben, auf das Erwerbseinkommen angewiesen zu sein.

Mit Blick auf die Wünsche der betrachteten Altersgruppe und die Fachkräfteknappheit empfiehlt das IAB in seinem Kurzbericht 24/2018 günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, “um Rentner bei der Realisierung ihrer Erwerbswünsche zu unterstützen”. Vorgeschlagen wird, in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen auf das automatische Beenden von Arbeitsverhältnissen bei Erreichen einer festgelegten Altersgrenze zu verzichten.

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