Unternehmen werden vermehrt mit der Knappheit von Fachkräften konfrontiert. Doch heißt das nicht zwingend, dass sich Betriebe verstärkt um Nachwuchskräfte bemühen. Im Gegenteil: Rekrutierungschancen werden sogar verpasst. Nach einer aktuellen Umfrage handeln nicht wenige Unternehmen nach der Devise “aus den Augen, aus dem Sinn”.

Unternehmen, die Praktikanten beschäftigen, könnten diese Gelegenheiten für Rekrutierungsgespräche beim Schopfe packen. Könnten sie. Tun sie aber nur zu 40 Prozent. Denn lediglich 40 Prozent aller Betriebe beenden das Arbeitsverhältnis mit Praktikanten mit einem Feedback-Gespräch. Knapp zwei Drittel der Unternehmen vergeben diese Möglichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Future Talents Report.

“Die Kommunikation zu jungen Talenten auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist besorgniserregend schlecht”, betont Kristina Bierer, Mitarbeiterin der Unternehmensberatung Clevis Consult, die die Umfrage unter rund 7.600 jungen Talenten initiiert hat. Es drängt sich für sie der Eindruck auf, der Mangel an Fachkräften könnte durchaus auch ein hausgemachtes Problem sein.

Kristina Bierer verweist darauf, dass 90 Prozent der Praktikanten Interesse an einem Arbeitsplatz in dem Unternehmen zeigen würden, in dem sie das Praktikum absolviert haben. Doch dieses Interesse prallt bei den Unternehmen eher ab: Knapp die Hälfte (49 %) aller Unternehmen würden den Kontakt zu den ehemaligen Praktikanten nicht aufrechterhalten; in den kleinen und mittelständischen Betrieben erreicht dieser Anteil gar 61 Prozent.

Die Studie zeigt, dass bei den Praktikanten der Zufriedenheitsgrad in einem Betrieb mit zunehmender Zahl an Überstunden sinkt. Doch die so genannte Generation Z zeichnet sich durch ein starkes Bedürfnis nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance aus. Daher empfiehlt Kristina Bierer den Betrieben, den Nachwuchskräften bereits in der beruflichen Orientierungsphase flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten.

Aktuelle Beiträge

BetriebsratsPraxis24 Newsletter
Holen Sie sich noch mehr Input für Ihre Betriebsratsarbeit.
Jetzt anmelden »
Jetzt abonnieren »
BetriebsratsPraxis24 Newsletter