Seminargebühren

Zu den vom Arbeitgeber zu tragenden Kosten gehören auch die Seminargebühren. Diese unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter in der Regel nur unwesentlich. Daher sollte bei der Auswahl weniger auf den Preis als auf die Qualität und den Service rund um die Schulungen geachtet werden.

Denn aus dem Verhältnismäßigkeitsprinzip folgt nicht automatisch, dass der Betriebsrat nur das kostengünstigste, kürzeste und nächstgelegenste Seminar besuchen darf. Nach der Rechtsprechung des BAG soll der Betriebsrat bei mehreren gleichwertigen Veranstaltungen grundsätzlich diejenige bevorzugen, welche die geringsten Kosten verursacht. Das bedeutet aber nicht, dass immer das billigste Seminar besucht werden muss. Vielmehr hat das BAG anerkannt, dass bei der Wahl zwischen einer qualitativ höherwertigen Schulungsveranstaltung mit höheren Seminargebühren und einer weniger guten mit geringeren Kosten im Interesse einer sachgerechten Betriebsratsschulung im Zweifel die qualitativ besseren Schulung zu bevorzugen ist. Im Ergebnis genießen der zu erwartende Schulungserfolg und eine kompetente Wissensvermittlung Vorrang vor Kostengesichtspunkten.

Praxistipp:

Falls Ihr Arbeitgeber die Teilnahme an einer Schulung ablehnt, weil er die Seminargebühren für zu hoch erachtet, sollten Sie ihm vor Augen halten, dass die Seminargebühren für vergleichbare Arbeitgeberschulungen in der Regel um ein Vielfaches höher liegen.

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