Seminarthemen

Die angebotenen Seminarthemen sind sehr vielfältig und reichen von zentralen Themen wie Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht über Schulungen zu Kommunikationsthemen wie Rhetorik und Konfliktbewältigung bis hin zu wirtschaftlichen Themen und EDV-/Software-Schulungen. Dabei werden in der Regel auch eventuell vorhandene Vorkenntnisse und Erfahrungen berücksichtigt, indem sowohl Grundlagen- als auch Aufbau- und Spezialseminare angeboten werden.

Praxistipp:

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In jedem Fall erforderlich sind nach der ständigen Rechtsprechung des BAG allgemeine Grundkenntnisse im Betriebsverfassungsrecht und im Arbeitsrecht. Bei diesen grundlegenden Themen muss auch kein besonderer Nachweis eines konkreten betriebsbezogenen Anlasses erbracht werden. Denn allgemeine Kenntnisse im Betriebsverfassungsrecht sind für die Tätigkeit unabdingbare Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Betriebsratsarbeit. Dies gilt auch für Grundkenntnisse im Arbeitsrecht. Anderenfalls könnte ein Betriebsrat seine allgemeine Aufgabe nach § 80 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG, die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Vorschriften zu überwachen, überhaupt nicht erfüllen.

Hinweis:

Die meisten Seminaranbieter haben die Grundlagenthemen in mehrere Teile untergliedert. In der Regel werden die allgemeinen Grundkenntnisse in den Seminaren Betriebsverfassungsrecht Teil 1 - 3 sowie Arbeitsrecht Teil 1 - 3 vermittelt.

Bei Seminaren, auf denen vertiefte Kenntnisse des Betriebsverfassungsrechts oder des Arbeitsrechts oder besondere Spezialkenntnisse (z.B. Betriebsübergang, Betriebsänderung, Außendienst, Altersteilzeit, etc.) vermittelt werden, ist auf die konkreten Aufgaben des jeweiligen Betriebsrats abzustellen. Dabei ist maßgeblich, ob nach den Verhältnissen des konkreten Betriebes Fragen und Probleme vorliegen oder in naher Zukunft anstehen, die der Beteiligung des Betriebsrats unterliegen und bei denen im Hinblick auf den Wissensstand des konkreten Betriebsrats eine Schulung von Betriebsratsmitgliedern erforderlich erscheint, damit der Betriebsrat seine Beteiligungsrechte sach- und fachgerecht ausüben kann.

Hinweis:

Der Schulungsanspruch für Spezialseminare steht nicht allen Betriebsratsmitgliedern zu, sondern grundsätzlich nur denjenigen, die nach der Aufgabenverteilung im Betriebsrat für das jeweilige Spezialthema zuständig sind.

Da der Betriebsrat nach dem BetrVG eine Vielzahl von Aufgaben in allgemeinen, personellen, sozialen und wirtschaftlichen Angelegenheiten hat, muss der Betriebsrat nicht nur fachlich, sondern auch methodisch in der Lage sein, diese Aufgaben ordnungsgemäß und rationell wahrzunehmen. Demzufolge sind auch Schulungen zur effektiven Organisation der Betriebsratsarbeit, Protokollführung oder PC-Schulungen unter Umständen erforderlich. Dies gilt jedenfalls dann, wenn entsprechende Kenntnisse im Betriebsrat nicht oder nur ungenügend vorhanden sind.

Darüber hinaus gehört es für einen Betriebsrat zum Alltag, mit dem Arbeitgeber und der Belegschaft zu kommunizieren und zu verhandeln. Ein Betriebsrat, der zwar seine Rechte kennt, aber nicht in der Lage ist, sie in Gesprächen und Verhandlungen mit dem Arbeitgeber, auf Betriebsversammlungen oder in Gesprächen mit der Belegschaft zu artikulieren und überzeugend darzustellen, wird seine Aufgaben nicht erfolgreich bewältigen können. Daher können auch Schulungen zu Rhetorik, Gesprächs-, Diskussions- und Verhandlungsführung, Konfliktbewältigung oder Betriebsversammlung erforderlich sein. Dies gilt auf jeden Fall für den Betriebsratsvorsitzenden, seinen Stellvertreter, Ausschutzvorsitzende und für besondere Verhandlungsführer. Für andere Betriebsratsmitglieder muss dies besonders begründet werden.

Seminare zu Wirtschaftsthemen, auf denen betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse vermittelt werden, sind vor allem für Wirtschaftsausschussmitglieder und Betriebsräte, die im Rahmen ihrer Arbeit häufig mit wirtschaftlichen Themen in Berührung kommen erforderlich. Denn anderenfalls wäre nicht gewährleistet, dass der Wirtschaftsausschuss bzw. Betriebsrat in wirtschaftlichen Angelegenheiten mitreden kann.

Sofern es im Betrieb Beschwerden über das Betriebsklima gibt oder dem Betriebsrat Mobbing-Fälle im Betrieb bekannt geworden sind, sind auch Mobbing-Seminare erforderlich. Dies gilt allerdings nicht für den kompletten Betriebsrat, sondern nur für diejenigen Betriebsratsmitglieder, die mit der Behandlung des Themas vom Betriebsrat betraut worden sind.

Auch kann - nach einer gewissen Zeit - eine Wiederholungsschulung zur Auffrischung und Erweiterung der bisherigen Kenntnisse notwendig sein. Dies gilt vor allem dann, wenn die Kenntnisse mittlerweile nicht mehr präsent oder veraltet sind. Letzteres kann aufgrund der Vielzahl von Gesetzesänderungen im Arbeitsrecht schnell der Fall sein.

Schulungen, auf denen zum Teil auch Themen behandelt werden, die nicht alle für den Betriebsrat erforderlich sind, sind trotzdem insgesamt erforderlich, wenn diese Themen nur einen geringen oder untergeordneten Teil ausmachen. Je nach Abgrenzbarkeit der Themen kann dem gegebenenfalls auch durch eine zeitweise Teilnahme an der Schulung Rechnung getragen werden. Ist ein zeitweiser Besuch einer Schulung praktisch nicht möglich oder sinnvoll, kommt es darauf an, ob die Schulungszeit der erforderlichen Themen mehr als 50 Prozent der gesamten Schulungsdauer umfasst.

ARBEITSHILFEN
Checkliste - Erforderlichkeit eines Spezialseminars
Mustertext - Ausführliche Begründung der Schulung gegenüber dem Arbeitgeber

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