Unternehmen sollten ältere Mitarbeiter als Chance begreifen und in ihre Fortbildung sowie Job Redesign investieren, empfehlen die Beratungen Oliver Wyman und Mercer. Der Grund dafür ist, dass die Automatisierung viele Arbeitsplätze älterer Arbeitnehmer gefährdet, während gleichzeitig junge Nachwuchskräfte fehlen. Deutschland weist demnach im europäischen Vergleich die höchsten Risikoraten auf.

Für ihre Studie haben die Berater untersucht, wie sich die Automatisierung auf ältere Arbeitnehmern in weltweit 15 Staaten auswirkt. In einigen asiatischen Ländern sind die prognostizierten Umwälzungen besonders groß. So sind bis 2025 in China 76 Prozent der älteren Arbeitnehmer zwischen 50 und 64 Jahren in Gefahr, nicht mehr am Arbeitsmarkt teilhaben zu können. In Thailand liegt die Quote bei 69 Prozent. Europaweit ist dieses Risiko vor allem in Italien und Deutschland (58 beziehungsweise 57 Prozent) sehr groß.

In Kombination mit einer alternden Bevölkerung hat die Automatisierung weitreichende Folgen, die über die Arbeitswelt hinausgehen. Die zeitnahe und effiziente Einführung intelligenter Technologien könne sich unverhältnismäßig stark auf die älteren Arbeitnehmer auswirken, schreiben die Berater. Das wiederum könne zu Arbeitslosigkeit, zunehmender Ungleichheit und einer größeren Belastung der Sicherheitsnetze führen.

Hinzu kommt, dass steigende Lebenserwartungen und sinkende Geburtenraten dazu führen, dass die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpft. Unternehmen müssten nun handeln, um trotz dieser Entwicklung ausreichend Fachkräfte für sich zu gewinnen. Ältere Arbeitnehmer sollten dabei als Chance begriffen werden, empfehlen die Studienautoren. Arbeitgeber benötigten einen Plan, der sich nicht nur um die Digitalisierung dreht, sondern auch die ältere Generation berücksichtigt. Investitionen in diese, etwa durch betriebliche Umschulungsmaßnahmen und Strategien für ein effektives Job-Redesign, würden sich bezahlt machen.

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