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13.01.2021

Frauen trifft die Coronakrise beruflich härter als Männer

Der Rückstand von Frauen auf Männer bei der durchschnittlichen Erwerbs-Arbeitszeit hat sich während der Coronakrise weiter vergrößert. Ein Grund dafür ist, dass sie mehr Sorgearbeit leisten. Darüber hinaus erhalten Frauen seltener eine Aufstockung des gesetzlichen Kurzarbeitergeldes als Männer. Das geht aus einer Erwerbspersonenbefragung im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Insgesamt wurden im November mehr als 6.100 Erwerbstätige und Arbeitsuchende online befragt. Dieselben Personen hatten bereits im Frühsommer Auskunft gegeben. Es zeigte sich, dass Frauen vor Ausbruch der Pandemie im Durchschnitt fünf Stunden pro Woche weniger als Männer in einem bezahlten Job arbeiteten. Im Herbst 2020 betrug die Differenz sechs Stunden. Bei Erwerbstätigen mit betreuungsbedürftigen Kindern waren es im Herbst elf Stunden pro Woche, vor der Krise zehn.

Eine Ursache dafür dürfte sein, dass vor allem Frauen zusätzliche Aufgaben in der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen übernommen haben - und sie dafür im Beruf kürzertreten mussten. Professor Dr. Bettina Kohlrausch vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Stiftung geht davon aus, dass der Rückstand im aktuellen Lockdown noch einmal wächst, da zusätzlicher Betreuungsbedarf entsteht.

Hinzu komme, dass mit dem Einzelhandel eine Branche mit vielen weiblichen Beschäftigten stark von Schließungen betroffen ist. Dadurch dürften noch mehr Frauen in Kurzarbeit wechseln. Diese sichere zwar viele Jobs, bringe Frauen aber oft empfindlichere finanzielle Einbußen als Männern. So erhielten von den männlichen Kurzarbeitenden im November 46 Prozent eine Aufstockung des gesetzlichen Kurzarbeitergeldes, bei den Frauen waren es nur 36 Prozent.

Ein möglicher Grund dafür ist Kohlrausch zufolge, dass Frauen seltener nach Tarifvertrag bezahlt werden. Das mache bei der faktischen Höhe des Kurzarbeitergeldes einen erheblichen Unterschied, da in zahlreichen Branchen tarifliche Regelungen zu Aufstockungen abgeschlossen wurden. Dementsprechend erhielten von den Befragten in tarifgebundenen Betrieben im November 52 Prozent eine Aufstockung, in Betrieben ohne Tarifvertrag nur 27 Prozent.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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