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11.01.2021

Frauenquote für Vorstände beschlossen

Das Bundeskabinett hat das Zweite Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) beschlossen. Es soll die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Management stärken. Kernpunkt ist eine verbindliche Frauenquote für Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern in großen deutschen Unternehmen. Davon sind rund 70 Unternehmen betroffen, von denen rund 30 aktuell keine Frau im Vorstand haben.

Konkret gilt die Regel für börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit in der Regel mehr als 2000 Beschäftigten. 70 Prozent der vom ersten Gesetz betroffenen Unternehmen, die sich Zielgrößen für den Vorstand setzen, melden derzeit eine Zielgröße Null. Wer dafür keine Begründung angibt oder gar keine Zielgröße festlegt, kann mit dem neuen Gesetz effektiver sanktioniert werden. Darüber hinaus müssen Unternehmen zukünftig begründen und darüber berichten, warum sie sich das Ziel setzen, keine Frauen in den Vorstand zu berufen.

Des Weiteren wird die feste Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent in den Aufsichtsräten auf Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes ausgeweitet. Dazu zählen etwa die Deutsche Bahn und die Deutsche Flugsicherung. Für diese rund 90 Unternehmen wird außerdem eine Mindestbeteiligung von einer Frau in Vorständen schon bei mehr als zwei Mitgliedern eingeführt. Außerdem wird auch in Körperschaften des öffentlichen Rechts eine Mindestbeteiligung von einer Frau in mehrköpfigen Vorständen eingeführt.

"Dieses Gesetz ist ein Meilenstein für mehr Frauen in Führungspositionen", sagte dazu Bundesgleichstellungsministerin Franziska Giffey (SPD). Über Jahre habe sich gezeigt, dass sich freiwillig "sehr wenig" tue und es "sehr langsam" gehe. Die neuen Regelungen würden mehr Verbindlichkeit schaffen. Sie müssen noch den Bundestag und den Bundesrat passieren.

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der rund 103 Unternehmen mit fester Mindestquote ist mittlerweile auf 35,4 Prozent gestiegen. Bei den 83 nicht der festen Mindestquote unterliegenden Unternehmen liegt er bei 24,4 Prozent. Im öffentlichen Dienst des Bundes liegt der Frauenanteil an Führungspositionen momentan bei 35 Prozent. Vielerorts gilt: Je höher die Hierarchieebene, desto geringer der Frauenanteil.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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