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04.01.2021

BFH: Fitnessstudio-Beiträge für Arbeitnehmer können steuerfrei sein

Das neue Jahr ist noch jung, doch schon dürften bei manchen die ersten Neujahrsvorsätze in puncto Abnehmen ins Wanken geraten. Da hilft vielleicht das Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH), dass die Teilnahme an einem Firmenfitnessprogramm steuerfrei sein kann. Das Finanzamt hatte nicht auf monatliche Beiträge abgestellt, sondern die Summe als zu versteuernde Einmalzahlung gewertet (Az.: VI R 14/18).

Im konkreten Fall hatte es der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern ermöglicht, in verschiedenen Fitnessstudios zu trainieren. Dazu erwarb er einjährige Trainingslizenzen, für die monatlich 42,25 Euro zuzüglich Umsatzsteuer zu zahlen waren. Die teilnehmenden Mitarbeiter leisteten einen Eigenanteil von 16 beziehungsweise 20 Euro. Bei der Lohnbesteuerung setzte der Arbeitgeber die Sachbezüge nicht an, da diese ausgehend von einem monatlichen Zufluss unter die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge fielen.

Diese Rechnung hatte er aber ohne das Finanzamt gemacht: Es vertrat die Auffassung, dass den Arbeitnehmern die Möglichkeit, für ein Jahr an dem Firmenfitnessprogramm teilzunehmen, "quasi in einer Summe" zugeflossen seien. Dadurch sei die 44-Euro-Freigrenze überschritten worden. Es unterwarf die Aufwendungen für die Jahreslizenzen abzüglich der Eigenanteile der Arbeitnehmer dem Pauschsteuersatz von 30 Prozent.

Dem schlossen sich jedoch weder das Finanzgericht noch der BFH an. Sie urteilten, dass der geldwerte Vorteil den teilnehmenden Arbeitnehmern als laufender Arbeitslohn monatlich zugeflossen ist. Der Arbeitgeber habe sein vertragliches Versprechen, den Arbeitnehmern die Nutzung der Fitnessstudios zu ermöglichen, unabhängig von seiner eigenen Vertragsbindung monatlich fortlaufend durch Einräumung der tatsächlichen Trainingsmöglichkeit erfüllt. Berücksichtige man die Eigenanteile der Arbeitnehmer, sei daher die 44-Euro-Freigrenze eingehalten worden. Der geldwerte Vorteil aus der Teilnahme an dem Firmenfitnessprogramm sei damit nicht zu versteuern.

Urteil des BFH vom 07.07.2020 (Az.: VI R 14/18).

Vorinstanz: Urteil des FG Niedersachsen vom 13.03.2018 (Az.: 14 K 204/16).

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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