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22.12.2020

DGUV-Präventionskampagne: Gewalt am Arbeitsplatz vorbeugen

Arbeitsunfälle durch Gewaltanwendung steigen: Das berichten Unfallkassen und Berufsgenossenschaften. Ganz besonders betroffen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kranken- und Altenpflege sowie Beschäftigte im Einzelhandel. Dieser Entwicklung soll Einhalt geboten werden. Unterstützen soll dabei die Präventionskampagne "kommmitmensch" des Spitzenverbandes DGUV und seiner Mitglieder.

Innerhalb von zehn Jahren sind Arbeitsunfälle, die durch Anwendung von Gewalt verursacht wurden, um 50 Prozent gestiegen: Im Jahr 2010 wurden 8.800 Gewaltunfälle gemeldet, im Jahr 2019 waren es mehr als 13.200. Eine Entwicklung, die sowohl beunruhigt als auch nachdenklich stimmt.

Angezeigt wurden 2019 insgesamt 10.851 Arbeitsunfälle, denen physische Gewalt und 2.395 Arbeitsunfälle, denen psychische Gewalt zugrunde lag. Die DGUV, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, geht davon aus, dass die Realität die Zahl der Anzeigen übersteigen könne. Denn oft fehle noch das Bewusstsein dafür, dass auch psychische Gewalt als Arbeitsunfall gemeldet werden könne.

Für Arbeitgeber stellten sich aus Sicht der DGUV Fragen wie: Wird das Thema Gewalt ausreichend in der Beurteilung der Gefährdung berücksichtigt oder wie ist generell der Umgang mit dem Thema Gewalt am Arbeitsplatz? Hier setzt die Präventionskampagne "kommmitmensch" an, die Hilfen für die innerbetriebliche Kommunikation bietet.

So sollen Dialogkarten für das Bearbeiten von Gewaltvorfällen im Betrieb, den Einstieg in Gespräche über dieses Thema erleichtern. Denn das Gespräch mit den Beschäftigten sei "der beste und einfachste Weg", um Gewalt im Betrieb vorzubeugen, so Arbeitspsychologe Dr. Just Mields. Durch das Verstehen, wo und wie kritische Ereignisse entstehen, ließen sich Maßnahmen finden, die Risiken zu minimieren. An die Führungskräfte appelliert der Experte, Hinweise von Mitarbeitern auf jeden Fall ernst zu nehmen und nicht zu ignorieren.

Die Präventionskampagne "kommmitmensch" fokussiert die Handlungsfelder Führung, Kommunikation, Beteiligung, Fehlerkultur, Betriebsklima sowie Sicherheit und Gesundheit. Beispielsweise kann im Handlungsfeld Betriebsklima sowohl die Publikation "Was ein gutes Betriebsklima ausmacht und wie Sie es erreichen können" als auch die Praxishilfe mit dem Titel "Das gemeinsame Frühstück" kostenlos heruntergeladen werden.

Die Präventionskampagne will Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei unterstützen, eine Präventionskultur aufzubauen, "in der Sicherheit und Gesundheit Grundlage allen Handelns sind".

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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