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25.11.2020

"Wir-Gefühl" steigert Stress-Übertragung

Teambuilding-Maßnahmen sind aller Ehren wert. Eine Studie der Universitäten Gießen und Wien deutet aber nun darauf hin, dass sie auch negative Effekte haben könnten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen sich vor allem vom Stress anderer Menschen anstecken lassen, wenn die Betroffenen ein "Wir-Gefühl" verbindet. Neutrale Personen blieben dagegen weitgehend cool.

Die Versuchsteilnehmer der experimentellen Studie wurden in Kleingruppen aufgeteilt. Bei der Hälfte der Gruppen wurde der Fokus auf die Zusammengehörigkeit gelegt: Die Teilnehmer saßen an einem Tisch und wurden als Team angesprochen. Zudem sollten die Beteiligten darüber nachdenken, was sie verbindet. Die andere Hälfte der Gruppen saß an Einzeltischen. Die Personen wurden einzeln angesprochen und sollten überlegen, was sie als Individuen auszeichnet und von den anderen unterscheidet.

Anschließend wurde in jeder Kleingruppe eine Versuchsperson ausgelost, die eine sehr stressige Aufgabe zu bewältigen hatte: Sie sollte in einem simulierten Bewerbungsgespräch mit zwei strengen Interviewern überzeugend darlegen, warum sie für eine fiktive Stelle besonders geeignet ist. Darauf folgten noch anspruchsvolle Kopfrechenaufgaben. Die anderen Gruppenmitglieder beobachteten die Situation. Währenddessen wurden von allen mehrfach Speichelproben genommen, um diese auf das Stresshormon Cortisol zu testen. Die Wissenschaftler nahmen an, dass sich die Beobachter mit Stress anstecken ließen, wenn bei ihnen ebenfalls erhöhte Cortisol-Werte nachweisbar sind.

Genau dies passierte. Es zeigte sich zudem, dass die "Beobachter" signifikant häufiger das Stresshormon Cortisol ausschütteten, wenn zuvor ein "Wir-Gefühl" mit der beobachteten Person erzeugt worden war, so Valerie Schury von der Uni Gießen. Wurde kein solches Gefühl erzeugt, steckten sich nur wenige Beobachter mit Stress an. Es sei davon auszugehen, dass der Effekt sogar noch stärker ist, wenn die Personen ein langfristiges und stärkeres "Wir-Gefühl" verbindet, wie dies etwa bei Familienmitgliedern oder Freunden der Fall ist.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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