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18.11.2020

Frauenförderung ist in Pandemiezeiten besonders wichtig

Die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt hat durch Corona einen Rückschlag erlitten. Arbeitgeber sollten die Themen Digitalisierung und Gendergerechtigkeit zusammendenken, sagt Dr. Kira Marrs vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) in München. Sie müssten für eine integrative Kultur sorgen, die gleichberechtigten Zugang zu Informationen verschafft.

"Während des Lockdowns haben viele im Tourismus und Gastgewerbe tätige Frauen ihre Arbeit verloren", berichtet Marrs in einem Interview mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Diese Jobs seien ohnehin schlechter bezahlt und böten oftmals keine finanzielle Sicherheit. Außerdem seien Frauen in systemrelevanten Berufen besonderen Belastungen und Gefahren ausgesetzt: "Sie stehen an vorderster Front, ohne dafür gesellschaftliche Anerkennung in Form von höherem Entgelt oder besseren Arbeitsbedingungen zu bekommen."

Gleichzeitig habe die Pandemie wie ein "Katalysator für eine gesellschaftliche Digitalisierung" gewirkt. Um diesen Umbruch im Sinne der Frauen proaktiv gestalten zu können, müsse die digitale Transformation vor allem mit Blick auf die Entwicklungschancen von Frauen unter die Lupe genommen werden. Homeoffice biete beispielsweise mehr individuelle Zeitsouveränität und Flexibilität. "Wichtig ist auch das Aufbrechen der Präsenzkultur, die häufig gerade für Frauen in Teilzeit eine Barriere darstellt", so die Wissenschaftlerin weiter.

Sie plädiert dafür, dass Arbeitgeber auch und vor allem am "analogen Raum" ansetzen. Dieser müsse mit Blick auf die Raumsituation, die technische Ausstattung und die Nutzung der Arbeitsmittel umstrukturiert werden: "Die Unternehmen müssen für eine Kultur sorgen, die alle integriert, Homeoffice positiv konnotiert und allen gleichberechtigten Zugang zu Informationen verschafft."

Damit Frauen keine beruflichen Nachteile aufgrund der Pandemie erleben, empfiehlt sie zudem, dass Frauen ihre Arbeitszeiten ohne jede Hürde wieder aufstocken können. Zudem sollte die Leistung während der Pandemie keine Rolle für die Karriereentwicklung spielen. Außerdem sollten Frauen gleichen Zugang zu Weiterbildung und Qualifizierung haben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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