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13.11.2020

Studie: Burn-out hat großen Einfluss auf Empfinden von Arbeitsstress

Stress und Überlastung bei der Arbeit können zu einem Burn-out führen. Wie eine neue Studie der Unis Mainz und Berlin zeigt, ist der umgekehrte Effekt überraschenderweise jedoch sehr viel stärker: Je weiter sich der Burn-out entwickelt, umso mehr Stress nehmen Menschen bei der Arbeit wahr. Für die Betroffenen gilt es, diesen Teufelskreis zu durchbrechen - mithilfe ihrer Führungskräfte.

Das Wissenschaftler-Team wertete insgesamt 48 Studien zu Burn-out und Arbeitsstress mit insgesamt mehr als 26.000 Teilnehmern aus. Es schreibt, dass tiefgreifende Erschöpfung, Zynismus und geminderte Leistungsfähigkeit als Symptome für Burn-out gelten. Um sich vor weiterer Erschöpfung zu schützen, versuchten manche Betroffene, eine psychische Distanz zu ihrer Arbeit aufzubauen. Sie entfremden sich von den damit verbundenen Personen und werden zynischer.

Die übliche Sichtweise, dass Arbeitsstress die treibende Kraft bei Burn-out ist, müsse aber infrage gestellt oder zumindest relativiert werden. "Burn-out kann, muss aber nicht von der Arbeitssituation angestoßen werden", erklärt Professor Dr. Christian Dormann. Sobald der Prozess aber angeschoben wurde, entwickele er sich schleichend und schaukele sich allmählich auf. Schließlich führe Burn-out dazu, dass die Arbeit zunehmend als stressig empfunden wird.

Zwar hatten die Wissenschaftler erwartet, dass Burn-out einen Effekt auf den Arbeitsstress hat. Wie stark er tatsächlich ist, sei jedoch "sehr überraschend" gewesen. Das eröffne ein neues Forschungsfeld, sei doch dieser Rückkopplungseffekt von Burn-out auf Arbeitsstress bisher noch nicht untersucht worden.

Die Autoren können bereits einige Gegenmaßnahmen benennen. Sie schlagen Interventionen beim Führungsverhalten vor: Beschäftigte sollten demzufolge die Möglichkeit haben, jederzeit Rückmeldung zu ihrem Arbeitsstress zu geben, und sie sollten wertgeschätzt werden. Außerdem könne richtige Erholung helfen, die Abwärtsspirale zu stoppen. Etwas abgemildert werden könne der Negativ-Effekt zudem, wenn die Beschäftigten mehr Kontrolle über ihre eigene Arbeit haben und Unterstützung aus dem Kreis der Kollegen oder von Vorgesetzten erhalten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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