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08.10.2020

Expertentipps zum (offenen) Umgang mit psychischen Problemen am Arbeitsplatz

Psychische Erkrankungen nehmen seit etlichen Jahren kontinuierlich zu. Mit steigender Anzahl schwindet - zumindest im privaten Umfeld - die Scheu, über eine solche Erkrankung zu sprechen. Ist eine derartige Offenheit auch am Arbeitsplatz angebracht? Das wollte die Redaktion von ,jetzt' wissen und hat die Psychologin Nicole Scheibner interviewt.

Die Leistungsfähigkeit im Job wird im Regelfall nicht dauerhaft von einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt, betont Nicole Scheibner, Geschäftsführerin des EO Instituts. Dieses Wissen sei mittlerweile recht verbreitet und erleichtere es dem Erkrankten mit einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, am Arbeitsplatz die Krankheit zu thematisieren.

Ein offenes Ansprechen vorhandener psychischer Probleme sei auch für Chefin oder Chef erleichternd. Denn diese würden oftmals frühzeitig Veränderungen des betreffenden Mitarbeiters bemerken, würden sich aber scheuen, ein direktes Gespräch zu suchen. Ein Gespräch kann für Klärung sorgen.

Erkrankte Arbeitnehmer müssen nicht befürchten, dass ihnen wegen der psychischen Probleme gekündigt wird, stellt Psychologin Scheibner klar. "Der Arbeitgeber kann nicht wahllos kündigen". Sie erklärt, für eine krankheitsbedingte Kündigung müsse eine mögliche Genesung unwahrscheinlich sein, auch müssten die erwartbaren Fehlzeiten zu starken Beeinträchtigungen im Unternehmen führen. Dies alles sei bei psychischen Erkrankungen eher unwahrscheinlich.

Etwas anders beurteilt Nicole Scheibner die Situation von erkrankten Beschäftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Ihnen rät sie eher zur Zurückhaltung - insbesondere dann, wenn eine Entfristung des Arbeitsvertrages im Raum stehen würde.

Um ein formelles Gespräch könnten psychisch Erkrankte bitten, falls sie nicht selbst eine Unterredung mit dem eigenen Vorgesetzten suchen möchten. In einem derartigen Gespräch sollte der Betreffende darlegen, welches Ziel er erreichen möchte - zum Beispiel Reduzierung der Arbeitszeit - und wie die Situation für alle gut gestaltet werden kann.

Auf Mausklick geht es hier zum Interview mit Nicole Scheibner in jetzt, einem Digitalprodukt der Süddeutschen Zeitung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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