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30.09.2020

Urteil: Gesetzliche Krankenkassen müssen nicht für Alternativmedizin zahlen

Gesetzliche Krankenkassen müssen Maßnahmen der alternativen Medizin wie Heilpraktikerleistungen, Ginsengpräparate und Feldenkrais-Therapien nicht bezahlen. Das geht aus mehreren Urteilen des Landessozialgerichts (LSG) Niedersachsen-Bremen hervor. Geklagt hatte ein 1967 geborener Mann, der seit längerer Zeit an diversen Erkrankungen leidet (Az.: L 4 KR 470/19 und weitere).

Dieser hatte bei seiner Krankenkasse die Kostenübernahme für die Behandlung seines Erschöpfungssyndroms in einem Naturheilzentrum beantragt: Seine Erkrankung sei besonders schwer und es gebe keine Kassenärzte, die eine passende Behandlung durchführen könnten. Des Weiteren empfahl ihm sein Arzt Nahrungsergänzungspräparate. Die Kosten dafür sollte ihm die Krankenkasse ebenso erstatten wie die etwa 7.900 Euro für eine Therapie nach der Feldenkrais-Methode, die ihm ein Privatarzt empfohlen hatte.

Die Krankenkasse lehnte alle Anträge ab. Eine Rechtsauffassung, die das LSG nun bestätigte. So seien Heilpraktiker nicht berechtigt, ihre Leistungen über die gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen. Dem Gericht zufolge ist die Approbation der betreffenden Behandler eine "zwingende Voraussetzung der Krankenbehandlung".

Auch Nahrungsergänzungsmittel seien generell von der Kostenübernahme ausgeschlossen, hatte die Krankenkasse beschieden. Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel könnten nur in wenigen Ausnahmefällen übernommen werden. Der Kläger meinte allerdings, dass die Präparate wegen der Schwere seiner Erkrankung notwendig seien. Der "individuelle Glaube an die Wirksamkeit" sei aber nicht ausreichend, urteilte das LSG. Für ihre spezifische Heilungsaussicht des Erschöpfungssyndroms lägen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.

Auch die Feldenkrais-Therapie muss der Kläger selbst bezahlen: Voraussetzung für eine Kostenübernahme sei ein anerkannter therapeutischer Nutzen des Heilmittels, den das Gericht nicht erkannte. Zudem gebe es gut erprobte Standardbehandlungen.

Urteile des LSG Niedersachsen-Bremen vom 19.08.2020 (Az.: L 4 KR 470/19, L 4 KR 161/20, L 4 KR 482/19).

Vorinstanz: Urteile des SG Hannover vom 07.10.2019, 06.03.2020 und 25.10.2019 (Az.: S 10 KR 209/19, S 10 KR 1312/19, S 10 KR 305/19).

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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