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16.09.2020

Finanzbranche scheint vertrauensunwürdige Mitarbeiter anzuziehen

Manch einer wird zumindest schon einmal vermutet haben, was nun in einer experimentellen Studie herausgefunden wurde: Die Finanzbranche beschäftigt häufig vertrauensunwürdige und weniger sozial eingestellte Mitarbeiter. Sie könnte einen Teil dazu beitragen, Skandale wie bei den Cum-Ex-Geschäften künftig zu vermeiden, indem sie entsprechende Bewerber im Einstellungsprozess aussortiert.

Ein Team von Wissenschaftlern der Universitäten Köln, Bonn, Mainz und Leuven befragte im Jahr 2013 in einer ersten Welle 265 Studenten der Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. Diese sollten Auskunft über ihre Berufswünsche, sozialen Präferenzen und Persönlichkeitsmerkmale geben. In einem computergestützten Laborexperiment wurde zudem getestet, wie vertrauenswürdig sie sind.

Es zeigte sich, dass Teilnehmer, die ihre Karriere in der Finanzwelt planten, um 30 Prozent weniger vertrauenswürdig waren als solche, die ihren Berufseinstieg in einer anderen Branche planten. 2019 und 2020 wurde die Befragung wiederholt. Tatsächlich hatten die weniger vertrauenswürdigen Personen auch einen Job in der Finanzwelt angenommen.

Dabei habe Vertrauen in Geldfragen einen besonders hohen Stellenwert, sei es doch die Grundlage für eine Geschäftsbeziehung zwischen Kunden und Beratern, berichten die Wissenschaftler. Nutzen Berater das Vertrauen aus, könne das zu einer Quelle für Skandale und Betrug werden. Die Finanzwelt könnte dem entgegenwirken, indem sie die weniger vertrauenswürdigen Mitarbeiter bei der Einstellung aussortiert. Das scheint bislang aber nicht der Fall zu sein, so Matthias Heinz von der Universität Köln: "Zudem wechseln nur vier Prozent der Arbeitnehmer aus den Finanzen in eine andere Branche, was die Auswahl der Mitarbeiter besonders wichtigmacht." Um die Einstellungsprozesse in der Finanzwelt zu verstehen und etwaige Handlungsempfehlungen für die Politik abzuleiten, sei aber weitere Forschung notwendig.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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