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29.07.2020

Folgen der Corona-Krise: Ausgeprägter Verlust an Lebenszufriedenheit bei Eltern mit Kindern unter sechs Jahren

Mit der Corona-Pandemie sind Einschränkungen für die Menschen verbunden. Wie es den verschiedenen Gruppen - seien es Familien oder alleinstehende Senioren - damit geht, wird wenig beleuchtet. In der öffentlichen Diskussion dominieren die Auswirkungen des Lockdowns auf die Wirtschaft im Allgemeinen und einige Branchen im Speziellen. Das DIW Berlin geht jetzt beispielhaft voran mit einer Analyse über das Wohlbefinden von Eltern mit jungen Kindern.

Kita- und Schulschließungen läuteten in den meisten Bundesländern die virusbedingten Veränderungen im Alltagsleben ein. Die Auswirkungen davon spiegeln sich in der Auswertung einer Befragung zur allgemeinen Lebenszufriedenheit wider. So sind die Eltern von Kindern im Kindergartenalter oder im Grundschulalter deutlich unzufriedener als vor dem Beginn der Corona-Zeit.

Besonders Eltern mit Kindern unter sechs Jahren haben an Lebenszufriedenheit eingebüßt, heißt es aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Einschränkungen treffen nach der Untersuchung die Mütter stärker als die Väter: 52 Prozent der Frauen nehmen die Kita- und Schulschließungen als "sehr einschränkend" wahr. Mütter und Väter mit einem höheren Bildungsniveau sind von den reduzierten oder gar nicht mehr vorhandenen Betreuungsangeboten stärker betroffen als andere Eltern.

Neben dem Wohlbefinden der Eltern, der allgemeinen Lebenszufriedenheit und der Zufriedenheit mit der Kinderbetreuung nahmen die Forscher auch die Zufriedenheit mit dem Familienleben unter die Lupe. Das Ergebnis über alle erfragten Faktoren hinweg im Vergleich zum Jahr 2018 spricht für sich: Auf der Skala von 0 bis 10 lag der durchschnittliche Zufriedenheitswert vor zwei Jahren bei 7,2 Punkten. In den Corona-Monaten Mai und Juni erreichte dieser Wert gerade noch 4,2 Punkte.

Die Autoren der Studie unter der Federführung von C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am DIW Berlin, weisen darauf hin, dass gerade in sehr jungem Alter das Wohlbefinden der Eltern eine große Rolle für die Entwicklung der Kinder spiele. Daher sollten die Belange und Probleme von Familien in künftigen Krisensituationen von Anfang an einbezogen werden.

"Die Sorge um das Wohlbefinden der Familie darf der Sorge um die Wirtschaft und andere Bereiche nicht hintenanstehen", formulieren die Wissenschaftler. Nicht zuletzt würde auch die Wirtschaft darunter leiden, würden viele Kinder in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden: Schließlich sind die Kinder von heute die Fachkräfte von morgen.

Die DIW-Untersuchung "Wohlbefinden von Familien in Zeiten von Corona" basiert auf einer Erhebung von infratest dimap und steht auf Mausklick zum Download zur Verfügung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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