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28.07.2020

Studie zu Unternehmen: Starke Mitbestimmung forciert verantwortungsbewusstes und weitsichtiges Management

Die Steuergesetzgebung bietet einen gewissen Korridor, innerhalb dessen sich die Unternehmen beim Erstellen ihrer Bilanz wie der Steuererklärung bewegen können. Dieser legale Gestaltungsspielraum wird von Unternehmen nach einer aktuellen Studie der Universität Duisburg-Essen (UDE) unterschiedlich genutzt: Unternehmen mit einer starken Mitbestimmung machen defensiver Gebrauch von den gesetzlichen Möglichkeiten als Betriebe mit schwacher oder gar keiner Mitbestimmung.

Eine starke Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat und im Betrieb ist anscheinend ein gewisser Garant dafür, nicht danach zu trachten, das Unternehmen kurzfristig auf dem Papier gut aussehen zu lassen. Vielmehr ist ihr Bestreben, langfristig eine gute Leistung und einen guten Gewinn zu erzielen. Damit unterscheiden sie sich deutlich von Unternehmen mit einer schwachen Mitbestimmung oder ohne eine Mitbestimmung.

Diese neigen signifikant öfter dazu, das eigene Haus aufzuhübschen. Für diesen Zweck werden die legalen Spielräume ausgeschöpft: Kurzfristig werden Gewinne aufgepeppt oder zeitlich und räumlich verlagert, so dass Steuerzahlungen gedrückt werden. Die Autoren bezeichnen derartiges Handeln als "aggressive Berichterstattung".

Hintergrund dieses Tuns ist, dass durch eine kreative Bilanzgestaltung Unternehmensergebnisse "gepusht werden, weil der höhere Gewinn eine höhere maximale Dividende ermöglicht und gleichzeitig zu Kursgewinnen führt". Über kurzfristig höhere Boni würden auch die Manager profitieren. Schon mittelfristig zeige sich dann das Ergebnis der aufpolierten Bilanz: Es werde ein schlechteres Resultat erzielt.

Dieses Ergebnis präsentieren Wissenschaftler der UDE, nachdem sie über mehr als eine Dekade hinweg das Verhalten von Unternehmen aus dem deutschen Börsenindex Composite DAX (CDAX) bei Bilanzierung (405 Unternehmen) und Steuervermeidung (317 Unternehmen) unter die Lupe genommen haben. Für die Forscher unterstreicht diese Analyse, "dass starke Mitbestimmung zu einer verantwortungsbewussten und weitsichtigen Unternehmensführung beiträgt".

Die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung "Aggressive Berichterstattung in deutschen Unternehmen. Der Einfluss der Mitbestimmung auf die Ausnutzung von Bilanzierungs- und Steuergestaltungsspielräumen" steht als Mitbestimmungsreport Nr. 62 auf Mausklick hier hier zum Download bereit.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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