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20.07.2020

Zeit als Ressource: Wie die Arbeit der Zukunft aussehen könnte

Bleibt nach der Corona-Krise alles anders - oder so, wie es vorher war? Die Frage lässt sich noch nicht abschließend beantworten, aber wie flexible Arbeitsmodelle der Zukunft aussehen könnten, das beschreiben zwei Wissenschaftlerinnen des Wuppertal-Instituts. Sie plädieren dafür, Zeit als Ressource wieder mehr wertzuschätzen und das entsprechend in die Organisation von Arbeit einfließen zu lassen.

Zum Beispiel im Hinblick auf das Pendeln: Die Zeit, die dafür investiert wird, fehle oftmals in anderen Lebensbereichen, sagt Professor Dr. Christa Liedtke. Hinzu komme, dass die Fahrten mehr Ressourcen als das Arbeiten im Homeoffice verbrauchen. Auch auf das Konsumverhalten habe das Pendeln Einfluss, etwa durch den Kauf schnellerer Autos, um den Zeitverlust bei dem Weg von und zur Arbeit zu kompensieren, was wiederum zu mehr Ressourcenverbrauch führe.

In Zeiten der Krise habe die Digitalisierung neue Arbeits- und damit Lebensmodelle eröffnet. Damit verbunden sei auch eine Veränderung der Wahrnehmung von Zeitbudgets im Alltag. Eine gute Gelegenheit also, um über eine Neugestaltung der Arbeitswelt nachzudenken. Die Autorinnen regen unter anderem die Entwicklung eines neuen Gesellschaftsvertrags für Arbeit an, "der sozial-ökologische Marktwirtschaft fördert, gesellschaftliches Engagement integriert, sozialen Ausgleich schafft und öffentliche wie privatwirtschaftliche Budgets aushandelt".

Darüber hinaus sollten Unternehmen ihrer Auffassung nach flexiblere Arbeitszeitmodelle und -formen für Mitarbeiter fördern sowie Klimaschutz-Aktivitäten zur Schonung von Umwelt und Biodiversität nachvollziehbar umsetzen. Außerdem sollte soziales Engagement transparent über eine neue Plattform für gesellschaftliches Handeln und Kooperationen finanziert werden können.

Gewerkschaften sehen sie unter anderem in der Rolle, die digitale Teilhabe zu sichern. Sie müssten sich im angedachten neuen Gesellschaftsvertrag in Richtung Nachhaltigkeit reformieren und jede Form von Arbeit in der Gesellschaft vertreten - sowohl privatwirtschaftliche wie gemeinwohlorientierte. Dass das alles genau so kommen wird, ist eher unwahrscheinlich: Aus gutem Grund haben die Autorinnen ihre Ideen auch in Form eines Diskussionspapiers veröffentlicht.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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