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08.07.2020

Studie zum demografischen Wandel in Europa: Mehr Licht als Schatten zu erwarten

Prognosen werden nicht richtiger, wenn sie stark vereinfachen - im Gegenteil. Darauf weist eine aktuelle Studie des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital hin. Danach sind nämlich die zu erwartenden Folgen des demografischen Wandels weniger dramatisch als gedacht. Denn Europa wird zwar älter, doch gleichzeitig produktiver - ein ausgleichender Effekt für die Alterung der Bevölkerung.

Deutschland lebt - wie ganz Europa - seit Jahren mit einem Schreckens-Szenario. Der Blick wurde beinahe ausschließlich auf den Altenquotient, auf das Verhältnis der wirtschaftlich aktiven Menschen von 20 bis 64 Jahren zu den wirtschaftlich inaktiven ab 65 Jahren, gerichtet.

Beträgt das Verhältnis der 20- bis 64-Jährigen zu den über 65-Jährigen derzeit noch 3 zu 1, wird es sich im Europa der 28 Länder auf 1,5 zu 1 im Jahr 2060 verändern. Die vermutete Folge: Ein Ungleichgewicht wird befürchtet für die Rentenkassen, generell für die Sozialsysteme.

Eine Betrachtung lediglich des Altenquotienten greife zu kurz, so die Autoren des Wiener Forschungsinstituts. Nicht das Alter der Einwohner sei allein entscheidend für die wirtschaftliche und damit auch soziale Zukunft, sondern deren Arbeitsleistung und Produktivität - gespiegelt im Arbeitskraftquotient LFDR, für Labor-Force Dependency Ratio.

In der Studie "Population aging, migration, and productivity in Europe", vorgestellt in der Publikation "Demografische Forschung", führen die Wissenschaftler auch den produktivitätsabhängigen Arbeitskraftquotienten PWLFDR (für Productivity-Weighted Labor-Force Dependency Ratio) ein. Dieser berücksichtigt zudem die unterschiedliche Produktivität der Bildungsgruppen - geschätzt anhand der Einkommen.

Gemessen an den Einkommensdaten der Jahre 2004 bis 2017 haben beispielsweise die "gut Gebildeten in der EU knapp 1,7 mal so viel wie die mittlere Bildungsgruppe" verdient und entsprechend mehr Steuern und höhere Beiträge für die Sozialversicherung bezahlt.

Mittels der verschiedenen Indikatoren entwickeln die Wissenschaftler unterschiedliche Szenarien. Daraus wird deutlich, dass "die Angst vor dem demografischen Wandel übertrieben zu sein scheint". Eine differenzierte Sichtweise zeige, dass die EU-Länder "die Folgen des demografischen Wandels auffangen können" - auch ohne sehr hohe und unrealistische Zuwanderungsraten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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