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21.05.2020

SARS-Cov2 und Arbeitsschutz: Die neue Normalität bei der Arbeit kann auch den Mund-Nasen-Schutz umfassen

Peu à peu wird der coronabedingte Lockdown bundesweit zurückgenommen. Diese Lockerungen betreffen den Einzelhandel genauso wie Dienstleistungsunternehmen oder Produktionsbetriebe. Doch es ist kein Zurück auf "Los". Das Hochfahren der Wirtschaft ist verknüpft mit erweiterten Arbeitsschutz-Regelungen - zum Schutz aller Beschäftigten, die in der Pandemie arbeiten.

Arbeitsschutz wird hierzulande groß geschrieben. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet jeden Arbeitgeber zu entsprechenden Maßnahmen. Die aktuellen Umstände, "die die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen", müssen dabei berücksichtigt werden. Doch welche Maßnahmen das sind, führt das Gesetz nicht aus, heißt es in einem Artikel der DeutschenHandwerksZeitung (DHZ).

Konkrete Vorgaben zum Arbeiten in der Pandemie enthält die neue Richtlinie "SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard" vom 16. April 2020. Das Dokument steht auf der Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Download zur Verfügung. Die darin beschriebenen Maßnahmen sollen "durch die Unterbrechung der Infektionsketten" die Bevölkerung genauso schützen wie sie die Gesundheit von Beschäftigten sichern sollen.

Wie für die Gesellschaft in ihrer ganzen Breite gilt danach auch in jedem Unternehmen, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Beschäftigten eingehalten werden muss. Ist das nicht möglich, sind Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen. Diese sind vom Arbeitgeber bereit zu stellen und sind von den Mitarbeitern zwingend zu tragen. Mitarbeiter mit Atemwegssymptomen oder Fieber sollten sich nicht auf dem Betriebsgelände aufhalten. Der Betrieb sollte nach dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard "ein Verfahren zur Abklärung von Verdachtsfällen" festlegen.

In der Richtlinie wird dargelegt, dass "der Arbeitgeber entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung" das Umsetzen notwendiger Infektionsschutzmaßnahmen verantwortet. Welche technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen es gibt, wird detailliert aufgelistet.

Dazu gehören neben dem Bereitstellen von Produkten für die Handhygiene das regelmäßige Reinigen von Sanitärräumen, Gemeinschaftsräumen sowie generell von Türklinken und Handläufen. Zu Homeoffice wird geraten wie auch zum Verzicht auf Dienstreisen und Präsenzveranstaltungen.

Ganz generell soll vermieden werden, dass viele Menschen auf dem Betriebsgelände zusammentreffen. Daher werden versetzte Arbeits- und Pausenzeiten genauso empfohlen wie modifizierte Schichtpläne oder das regelmäßige Reinigen der Arbeitsbekleidung.

Professor Dr. Michael Fuhlrott, Autor des DHZ-Artikels, macht darauf aufmerksam, dass Beschäftigte ihre Tätigkeit ausüben müssen, sofern der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen trifft. Kein Arbeitnehmer darf "unter Berufung auf die Angst vor Ansteckung zuhause bleiben. Tut er dies gleichwohl, droht eine fristlose Kündigung".

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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