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13.05.2020

Corona bringt zunehmend erwerbstätige Mütter an die Grenze der Belastbarkeit

Durch die Corona-Pandemie ist die Belastung in mehr als vier Millionen Familien mit erwerbstätigen Eltern und Kindern im Alter bis zu 12 Jahren angestiegen. Die familiäre Mehrbelastung durch Kita- und Schulschließungen tragen überwiegend die Frauen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prescht mit dem Vorschlag einer Corona-Elternzeit und eines Corona-Elterngelds vor.

Verantwortlich für die zusätzliche Schwierigkeit, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, ist der breitflächige Lockdown. Je länger es dauert, bis die Kitas und Schulen zu dem Normalbetrieb zurückkehren, umso stärker werden Eltern wie Alleinerziehende belastet, heißt es in der DIW-Studie.

Die Problematik der Vereinbarkeit besteht für alle Berufstätigen mit Kindern bis ins Grundschulalter - unabhängig davon, ob der Job ins Home-Office verlagert worden ist oder nicht. Daher fordern die Autorinnen und Autoren "unmittelbar eine Entlastung und mittelfristig eine Perspektive" für die aktuell mehrfach belasteten Eltern.

Die Studie zeigt, dass das Potenzial für Arbeiten im Home-Office bei Alleinerziehenden bei 35 Prozent, in Haushalten mit zwei erwerbstätigen Elternteilen bei 57 Prozent liegt. Im Umkehrschluss zeigen diese Zahlen, dass viele Erwerbstätige gar nicht die Möglichkeit haben, von Zuhause aus zu arbeiten.

Erschwerend komme hinzu, dass Großeltern oder andere Verwandte aufgrund der Kontaktbeschränkungen "nicht wie gewohnt" unterstützen können, so das DIW. Dabei liege der Anteil der Haushalte mit Kindern im Alter bis zu zwölf Jahren, in denen regelmäßig eine Betreuung durch Verwandte erfolgt bei rund 30 Prozent und bei den Alleinerziehenden bei rund 40 Prozent.

Die StudienautorInnen wünschen sich, dass sich die Politik mit der Thematik Vereinbarkeit von Beruf und Familie kurzfristig auseinandersetzt. Befürchtet wird, dass die nach wie vor bestehenden Geschlechterungleichheiten "bei der Aufteilung der Sorge- und Erwerbsarbeit im Zuge der Corona-Krise noch verschärft werden". Eine Corona-Elternzeit, eine Reduzierung der individuellen Arbeitszeit, mit einem Corona-Elterngeld, einer staatlichen Einkommensersatzleistung ähnlich wie beim Elterngeld, könnte die Eltern entlasten. Müssten beide Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren, könnte es "einen gleichstellungspolitischen Impuls geben".

Die DIW-Studie "Corona-Krise erschwert Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor allem für Mütter - Erwerbstätige Eltern sollten entlastet werden" basiert auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Die Daten wurden vor der Pandemie erhoben, erlauben aus Sicht des DIW freilich "Rückschlüsse für aktuelle Situation".

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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