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05.02.2020

Produktivitätsverluste und höhere Kosten für Firmen? Präsentismus-Forschung wird intensiviert

Präsentismus, seine Bedeutung und seine Folgen werden gravierend unterschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Übersichtsarbeit der Universität Klagenfurt. Ein Grund dafür ist, dass die Folgen des Phänomens - Beschäftigte, die trotz Krankheit arbeiten gehen - schwer zu messen sind. Fest scheint jedoch zu stehen, dass es zu Produktivitätsverlusten und höheren Kosten bei den Unternehmen führt.

Diverse Studien zeigen, dass ein Drittel bis mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer auch krank zur Arbeit gehen. Wie Heiko Breitsohl von der Abteilung Personal, Führung und Organisation der Uni Klagenfurt berichtet, hat dieser Präsentismus viele Ursachen. So hätten viele Menschen, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, oft die berechtigte Sorge, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Andere hätten "das Gefühl, dass sonst die Arbeit liegen bleibt und später umso geballter auf einen zukommt". Ein weiterer Grund kann in einem besonders starken Verantwortungsgefühl gegenüber der beruflichen Tätigkeit liegen. Darüber hinaus würden manche Unternehmen Regelungen vorsehen, die belohnen, nicht in den Krankenstand zu gehen: "Dies sind beispielsweise Boni, die dann bezahlt werden, wenn man unter einer gewissen Anzahl an Krankenstandstagen bleibt." Gehe schließlich die Führungskraft krank arbeiten, habe auch das Einfluss auf das Verhalten der Mitarbeiter.

Für Arbeitgeber habe Präsentismus aber Nachteile. Kranke Beschäftigte könnten ihre normale Produktivität nicht aufrechterhalten, was zu zusätzlichen Kosten führt. "Auf individueller Ebene führt Präsentismus zu einer Verschlechterung der Gesundheit und zu darauf folgenden längeren Ausfallzeiten", so Breitsohl weiter.

Die Forschung entdeckt das Feld nun zunehmend für sich - auch, weil es bisher schwierig ist, die Folgen des Präsentismus konkret zu messen. Vor allem bei Schätzungen zur Höhe der Kosten des Präsentismus sei Vorsicht geboten, mahnt der Wissenschaftler. Er rät zu einem sehr differenzierten Blick auf das Phänomen und mehr interdisziplinärer Forschung. Auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat sich jüngst ausführlich mit dem Thema beschäftigt.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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