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03.06.2019

SG Osnabrück: Auch indirekter Weg zur Arbeitsstätte kann unter Versicherungsschutz fallen

Der Weg von und zur Arbeit fällt nur unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn keine Um- oder Abwege genommen werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie ein - noch nicht rechtskräftiges - Urteil des Sozialgerichts (SG) Osnabrück zeigt. Die verunfallte Klägerin arbeitete in einem Juweliergeschäft und bog aus Sicherheitsgründen vor dem Geschäft ab (Az.: S 19 U 123/18).

Die Frau ist bereits seit fast 20 Jahren bei dem Juwelier tätig. Gewohnheitsmäßig biegt sie morgens auf dem Weg zur Arbeit kurz vor dem Geschäft ab und geht in ein rund 180 Meter entferntes Parkhaus. Dort trifft sie sich aus Sicherheitsgründen mit der Geschäftsführerin und Besitzerin des Schlüssels. Die letzten Meter legen sie gemeinsam zurück.

Im Februar 2018 rutschte die Klägerin mit dem Fahrrad just auf dem Weg zum Parkhaus auf Glatteis aus. Dabei zog sie sich einen Bruch des Wadenbeins zu. Die Berufsgenossenschaft verweigerte die Anerkennung als Arbeitsunfall, weil sie sich zum Zeitpunkt des Sturzes nicht auf dem direkten Weg zur Arbeitsstätte befunden habe. Dagegen klagte die Verunfallte.

Nach der Verhandlung, in dessen Verlauf auch der Eigentümer des Juweliergeschäfts als Zeuge vernommen wurde, entschied das SG zugunsten der Klägerin. Es urteilte, dass auch der Weg zum Parkhaus als versicherter Weg zu sehen ist. Die Angestellte habe den unmittelbaren Weg nicht aus eigenwirtschaftlichen Gründen verlassen. Vielmehr sei er der versicherten Beschäftigung zuzurechnen: Der gemeinsame Weg vom Parkhaus zum Juweliergeschäft sei keine nette Geste der Klägerin, sondern objektiv sinnvoll, da der Gefahr eines Überfalls begegnet werden solle.

Urteil des Sozialgerichts Osnabrück vom 16.05.2019 (Az.: S 19 U 123/18).

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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