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22.05.2019

WSI-Studie: Sachsen ist bei der Tarifbindung weit abgeschlagen

Die Beschäftigten im Industrieland Sachsen sind nicht zu beneiden: Sie tragen bei der Tarifbindung, der Lohnhöhe oder der Arbeitszeit die berühmt-berüchtigte Rote Laterne. In allen anderen Bundesländern stehen sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besser. Dieses Ergebnis präsentiert eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.

Der Freistaat ist aus Gewerkschaftssicht das Schlusslicht hierzulande: Gerade einmal 15 Prozent der Betriebe sind tarifvertraglich gebunden. In den anderen Bundesländern in Ostdeutschland liegt die Tarifbindung bei 20 Prozent, in Westdeutschland bei 29 Prozent. Warum das so ist, erklären die Autoren der Studie unter anderem damit, dass die Landespolitik Sachsen als Billiglohnland positioniert habe. Nun müsste gegengesteuert werden. Vorgeschlagen wird "eine Stärkung der Tarifbindung".

Zwar hat die Studie gezeigt, dass überall im Land seit Mitte der 1990er Jahre die Tarifbindung zurückgegangen ist, doch in Sachsen ist sie deutlicher abgesackt als anderswo.

Von den sächsischen Betrieben gibt mehr als die Hälfte (57 %) an, weder tariflich gebunden zu sein noch sich an einem bestehenden Tarifvertrag zu orientieren. 29 Prozent der analysierten Betriebe orientieren sich zumindest an einem bestehenden Tarifvertrag. Doch auch dann sind die Einkommen niedriger und die Arbeitszeiten länger als in Betrieben mit Tarifbindung.

Die Autoren haben einen engen Zusammenhang zwischen Tarifbindung und einem aktiven Betriebsrat festgestellt. "In Sachsen arbeiten allerdings nur 37 Prozent aller Beschäftigten in einem Unternehmen mit Betriebs- oder Personalrat", in den übrigen ostdeutschen Bundesländern liegt dieser Anteil bei 41 Prozent und in Westdeutschland bei 44 Prozent. Lediglich 29 Prozent der Arbeitnehmer in Sachsen sind in einem Betrieb beschäftigt, der sowohl einen Betriebsrat als auch eine Tarifbindung hat.

Für die Studie "Tarifverträge und Tarifflucht in Sachsen", WSI-Study Nr. 19, Düsseldorf 2019, haben die Autoren das jüngste IAB-Betriebspanel und die Verdienststrukturanalyse des Statistischen Bundesamts ausgewertet sowie zahlreiche Gespräche mit Experten geführt.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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