Nachrichten für Betriebsräte!

(c) photocrew / fotoliaUm mit dem Arbeitgeber auf Augenhöhe zu bleiben, gilt es für Betriebsräte, aktuelle Entwicklungen im Arbeitsrecht, Arbeits- & Gesundheitsschutz und in anderen Bereichen zu verfolgen. BetriebsratsPraxis24.de bietet Euch/Ihnen daher täglich kostenlose und praxisnahe Nachrichten aus diesen Bereichen. So wird keine rechtliche Neuerung mehr verpasst und die Mitbestimmung im Betrieb bzw. Unternehmen erleichtert! Weitere Vorteile finden sich hier.

Aktuell, verlässlich, informativ: Unser kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über aktuelle Entwicklungen. Also: Am besten gleich anmelden.

Photo: "Newsletter" / © photocrew (fotolia)


20.05.2019

(Verhaltens-)Tracking: Mitarbeiter drohen immer gläserner zu werden

Die Vermessung der Welt macht auch vor dem Menschen nicht halt. Immer mehr - vor allem US-amerikanische - Unternehmen machen sich die Möglichkeit zunutze, dass heutzutage mit geringem Aufwand Bewegungen, Verhalten und Aktivitäten gemessen werden können. Die Analyse geht mitunter weit über die Computernutzung hinaus und wirft nicht zuletzt ethisch-moralische Fragen auf.

Wie Technology Review schreibt, ist das Tracking längst gang und gäbe. So haben die Marktforscher von Gartner im vergangenen Jahr herausgefunden, dass mehr als 50 Prozent der 239 befragten großen Unternehmen mittlerweile sogenannte nicht-traditionelle Techniken der Überwachung einsetzen. Dazu zählten Möglichkeiten, Inhalte von E-Mails und Social Media-Nachrichten zu analysieren oder das Sammeln von biometrischen Daten. Ziel ist meist, die Effizienz zu steigern und die Abläufe zu optimieren. Als ein Grund für die Anwendung werden die Mängel gängiger Mitarbeiterbefragungen genannt: Sie seien im Gegensatz zum Tracking und Monitoring teurer und zeitaufwendiger.

Nicht alles, was möglich ist, ist aber auch wünschenswert. Das Fachmagazin berichtet etwa von Humanyze, das einen "intelligenten Anstecker" entwickelt hat. Vom Mitarbeiter getragen, könne dieser bis zu 40 Datenpunkte erfassen. Dazu zählt unter anderem, ob der Angestellte sitzt, steht oder redet. Wie das Start-up versichert, erhalten die Unternehmen nur aggregierte und keine individuellen Daten. Die Computerspiele-Firma Activision machte jüngst Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass sie ihre Mitarbeiterinnen dazu ermuntert, die App Ovia zu nutzen: Sie trackt Schwangerschaften. Argumentiert wurde mit dem Nutzen für beide Seiten: Eine gesundes Baby führe zu glücklicheren Angestellten - und davon profitiere auch das Unternehmen.

Vieles davon dürfte in Deutschland an Gesetzeslage und Rechtsprechung scheitern - zumindest derzeit. Die Marktforscher von Gartner berichten allerdings auch davon, dass die Mitarbeiter zunehmend Gefallen daran finden würden, vermessen zu werden, sofern ihnen erklärt wird, wie und warum. Schließlich wenden viele von ihnen diese Technologien auch schon im Privatleben an. Etwa, wenn sie ihre sportlichen Aktivitäten mit Armbändern oder Smart Watches aufzeichnen.

Praxistipp der Redaktion:

Technische Einrichtungen, die geeignet sind, Leistung und/oder Verhalten von Arbeitnehmern zu überwachen, unterliegen gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG der Mitbestimmung des Betriebsrates - und zwar sowohl bei Einführung, als auch bei fortlaufender Anwendung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

AGB | Datenschutz | Impressum | Leistungsschutzrecht | Copyright © 2019 Wolters Kluwer Deutschland GmbH


Luchterhand Fachverlag Logo
UAN_nv_1409
/fachwissen/