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10.04.2019

Fokus Altenpflege: Umfassende Aufwertung und deutliche Einkommenssteigerung sind dringend geboten

Das Arbeiten in der Altenpflege muss aufgewertet werden: Darüber herrscht seit geraumer Zeit eine gesellschaftliche Übereinkunft - zumindest weitgehend. Doch geht es ans Eingemachte, also an die Einkommen, sind zwar die verbalen Bekenntnisse zu höheren Löhnen vorhanden, aber diese realisieren sich bislang kaum bis gar nicht auf den Gehaltskonten der Fachkräfte. Das muss anders werden, so eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) an der Hochschule Gelsenkirchen.

Sie sind weit entfernt vom mittleren Lohn aller Berufsgruppen, die Fachkräfte in der Altenpflege: Mit monatlich 2.740 Euro brutto für einen Vollzeitjob erreichen sie gerade einmal 85 Prozent des mittleren Verdienstes für alle Berufe. Im Krankenhaus liegen die Einkommen für die Pflegeberufe bei rund 3.200 Euro brutto.

Das finanzielle Schlusslicht bildeten im Untersuchungszeitraum 2017 die Vollzeitbeschäftigten in der ambulanten Pflege: Sie kamen knapp auf 1.560 Euro im Monat - brutto, damit kein Mussverständnis aufkommt. Für die Studienautorinnen Michaela Evans und Christine Ludwig ist dieses niedrige Einkommen insbesondere auch deshalb so brisant, da "67 Prozent der Hilfskräfte in der Altenpflege in Teilzeit arbeiten", wodurch sich das Monatssalär weiter verringert.

Positiv zu bewerten ist ein etwas stärkerer Anstieg der Löhne in der Altenpflege zwischen 2012 und 2017 als die Erhöhung im Mittel aller Berufsgruppen. Dennoch kommen die Fach- und Hilfskräfte in der Pflege zusammen nicht auf 80 Prozent des Durchschnittseinkommens.

"Die Beschäftigten im gesellschaftlich enorm wichtigen Tätigkeitsfeld der Altenpflege tragen ein überdurchschnittliches Risiko, trotz Arbeit arm zu sein", heißt es in der Studie, die von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde. Dies sei ein Problem für die Betroffenen, stelle aber auch "eine schwere Hypothek für die Arbeitskräftesicherung in der Altenpflege dar".

Ein ganzes Paket braucht es für die Wissenschaftlerinnen, um die Altenpflege aufzuwerten. Sie empfehlen das Herstellen fairer Wettbewerbsbedingungen durch flächendeckende tarifliche Mindeststandards, verlässliche Arbeitszeiten, berufliche Qualifizierung, das Einführen digitaler Technik und einen realistischen Personalschlüssel.

Die Studie "Zwischen Aufwertung, Abwertung und Polarisierung. Chancen der Tarif- und Lohnpolitik für eine arbeitspolitische High-Road-Strategie in der Altenpflege" steht auf Mausklick als PDF-Datei zum Download bereit.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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