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27.03.2019

Studie: Der Durchschnitts-Gekündigte ist männlich, 42 Jahre alt und wird aus betrieblichen Gründen entlassen

Kündigung ist nicht gleich Kündigung: Die Rechtsanwaltsgesellschaft Ratis und das Data Science-Unternehmen One Logic haben 785 Kündigungsfälle des vergangenen Jahres ausgewertet und eine Reihe an Auffälligkeiten herausgefunden. So ist der Durchschnitts-Gekündigte männlich, 42 Jahre alt und aus betrieblichen Gründen nicht mehr im Unternehmen erwünscht.

Die Studie ist wegen der zugrunde liegenden Datenbasis nicht repräsentativ, bringt jedoch interessante und eventuell auch hilfreiche Erkenntnisse. So erhielten 14 Prozent der geschassten Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung. Der muss zwar ein schwerer Verstoß vorausgehen. "Dennoch hat sich die Zahl der fristlosen Kündigungen unserer Erfahrung nach erhöht, weil Arbeitgeber damit ihre Verhandlungsgrundlage verbessern wollen", sagt Rechtsanwalt Sven Galla von Ratis.

Bei den ordentlichen Kündigungen handelte es sich in 68 Prozent der Fälle um betriebsbedingte Freistellungen, etwa aufgrund von Abteilungsschließungen. Personenbedingte Kündigungen (23 Prozent) erfolgten dagegen meist wegen negativer Gesundheitsprognosen. Verhaltensbedingte Kündigungen (9 Prozent) seien vor allem nach einer Grundsatzentscheidung des Bundesarbeitsgerichts zurückgegangen, die sogenannten Bagatellkündigungen einen Riegel vorschob.

12 Prozent der Kündigungen waren fehlerhaft, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Entweder wurden dabei Vorgaben des besonderen Kündigungsschutzes, etwa für Menschen mit Behinderungen oder Schwangere, missachtet, oder sie waren formal fehlerhaft. Wie viele der anderen Kündigungen sich im Verlauf der Rechtsstreits noch als fehlerhaft entpuppten, wurde in der Studie nicht untersucht.

Auch die soziodemografischen Faktoren wurden untersucht. Demnach waren die Gekündigten im Schnitt 42 Jahre alt und mehrheitlich (57 Prozent) männlich. Was die erstrittenen Abfindungen betraf, zeigte sich eine enorme Bandbreite: Sie zog sich von 250 bis 480.000 Euro.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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