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01.02.2019

Firmeninterne Whistleblower-Systeme auf dem Prüfstand

"Jeder kann in die Situation kommen, Whistleblower zu werden", sagt Jurist Nico Herold von der Universität München. Es gebe keine typische Persönlichkeitsstruktur von Hinweisgebern, sondern vielmehr den Willen, über Missstände zu informieren und sich dabei fair zu verhalten, fand er gemeinsam mit seinem Kollegen Ralf Kölbel heraus. Das Thema sei empirisch bisher aber noch kaum erforscht.

Einen ersten Schritt haben sie bereits getan - und 28 Personen interviewt, die einen Missstand extern gemeldet oder zumindest darüber nachgedacht haben. Es zeigte sich, dass sie sich vor allem jemanden wünschten, der ihnen zuhört und gegebenenfalls Anonymität zusichert. Zwar hätten viele Arbeitgeber Ombudsstellen, Hotlines oder elektronische Briefkästen eingerichtet, die teilweise auch anonym genutzt werden können. "Aber es gibt wenig Erkenntnisse über ihre praktische Arbeitsweise und Effektivität", sagt Herold.

Die meisten Whistleblower nahmen der Untersuchung zufolge zunächst Kontakt mit dem Vorgesetzten oder einer betriebsinternen Stelle auf. Sie spielten erst mit dem Gedanken, Behörden oder die Öffentlichkeit zu informieren, wenn sie sich plötzlich Repressalien ausgesetzt sahen. Genau das wollen Unternehmen jedoch mit internen Hinweissystemen eigentlich verhindern. Daher forschen Herold und Kölbel nun an einem neuen Projekt, in dem die Erfahrungen mit firmeninternen Hinweissystemen im Mittelpunkt stehen.

Mitarbeiter, die einen Missstand in ihrem direkten Umfeld wahrnehmen, stünden vor einer schwierigen Entscheidung, berichten sie weiter. Aus Sicht des Staates seien sie eine wertvolle Informationsquelle, um zum Beispiel Wirtschaftskriminalität aufzudecken. In manchen Fällen bestehe auch ein großes öffentliches Interesse an der Aufdeckung von Missständen, wie etwa beim Gammelfleisch- oder dem VW-Skandal. Trotzdem sähen sich Hinweisgeber mitunter auch dem Vorwurf des Denunziantentums ausgesetzt.

Betroffene, die Erfahrungen mit betriebsinternen Hinweissystemen gesammelt haben und bereit sind, an der neuen Studie teilzunehmen, können sich per E-Mail an Professor Dr. Ralf Kölbel wenden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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