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05.12.2018

Lohn-Bericht der ILO: Globalisierung mindert Wohlstand zu Lasten der Arbeitnehmer in Industriestaaten

Weltweit boomt die Wirtschaft. Das Lohnwachstum freilich lässt zu wünschen übrig. Der globale Lohnbericht 2017/2018 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) bestätigt die von den Beschäftigten schon länger gefühlte Verteilungsveränderung: Die Reichen werden reicher, der Mittelstand schrumpft und die Armen werden ärmer.

Besonders krass zeigen sich die Auswirkungen der Globalisierung in Großbritannien und in Italien: In beiden Industrieländern "liegen die Löhne kaufkraftbereinigt noch um etwa fünf Prozent niedriger als 2008", heißt es im Handelsblatt. Die Folgen sind bekannt: Die britische Bevölkerung hat für den Brexit votiert, die Italiener haben ihre Wahlstimmen europakritischen Parteien gegeben.

Ein ungewöhnliches Phänomen wird für die vergangenen Jahre besonders in den USA und in Deutschland beobachtet: Trotz sehr niedriger und weiter sinkender Arbeitslosigkeit in beiden Ländern steigen die Löhne nicht. Dieses Phänomen spiegelt sich in Globalisierungskritik an der Wahlurne wider: In den USA in der Präsidentschaft von Donald Trump und in Deutschland in dem politischen Aufstieg der AfD.

Kurz: Die Wählerinnen und Wähler halten mit ihrer Unzufriedenheit über die Globalisierung nicht mehr hinter dem Berg. Das wundert wenig. Denn nach dem aktuellen ILO-Bericht war 2017 das Lohnwachstum inflationsbereinigt mit 1,8 Prozent "global so gering, wie seit dem Krisenjahr 2008 nicht mehr", so das Handelsblatt. Zu den Erklärungsansätzen, warum das so ist, gehören ein Rückgang des Organisationsgrades, damit eine schwächere Verhandlungsposition der Arbeitnehmer, aber auch die Zunahme des Wettbewerbs durch zuwandernde Arbeitskräfte.

Wer wissen will, wie hoch das reale Lohnwachstum 2017 in den Industrieländern war, die Teil der G20-Gruppe sind, der wird fündig und darf erschrecken: Das Ergebnis liegt gerade einmal bei mageren 0,4 Prozent - trotz kräftigen Wirtschaftswachstums und niedriger Arbeitslosigkeit.

Für den Chefvolkswirt der Bank von England sind die Jahre seit der Finanzkrise ein "verlorenes Jahrzehnt für die Arbeitnehmer" und er benennt auch die Ursachen dafür: Zunahme prekärer Beschäftigungen, schwindender Einfluss der Gewerkschaften und schwaches Wachstum der Produktivität.

Gute Nachrichten hat der Lohn-Bericht auch zu bieten: Das Wohlstandsgefälle zwischen Europa und den Entwicklungs- und Schwellenländern Asiens ist zwar immer noch erheblich, aber es ist geringer geworden. Schlechte Nachrichten dagegen liefert der ILO-Bericht aus Afrika: Dort wird der Rückgang der Reallöhne auf rund 3 Prozent geschätzt.

Ausführliche Informationen über die globale Lohnstagnation können im Handelsblatt gelesen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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