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23.11.2018

Ver.di fordert Maßnahmenpaket für bessere Arbeitsbedingungen bei Paketdiensten

Ver.di hat erneut die "dramatisch schlechten Arbeitsbedingungen" bei Paketdiensten angeprangert. Die Gewerkschaft fordert - passenderweise - ein Maßnahmenpaket, um soziale Verwerfungen in der Branche zurückzudrängen. So sollen unter anderem Kontrollen auf Verstöße gegen das Mindestlohngesetz intensiviert werden. Viele Beschäftigte würden zudem noch nicht einmal ihre Rechte kennen.

Die Situation vieler Beschäftigter bei den Paketdiensten ist "fortschreitend katastrophal", sagt die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. Die Branche sei von Subunternehmen geprägt: Nur zwei der fünf großen Dienste arbeiteten überwiegend mit eigenen, fest angestellten Zustellern, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind und nach Tarif bezahlt werden.

Ansonsten würden ausschließlich Subunternehmen beauftragt, bei denen die Arbeitsbedingungen vielfach prekär seien. Seit einiger Zeit werde über Personalvermittlungen verstärkt mit Beschäftigten aus Osteuropa gearbeitet. Kocsis: "Diese Beschäftigten kennen oft ihre Recht nicht oder fordern sie aus Angst vor einem Arbeitsplatzverlust nicht ein." Zuletzt hätten Zoll und Staatsanwaltschaft mehrere kriminelle Machenschaften bei Subunternehmen aufgedeckt.

Ver.di will solchen Entwicklungen Einhalt gebieten. Für die Branche sei unter anderem eine umfassende Nachunternehmerhaftung für die Sozialversicherungsbeiträge notwendig. Zudem sollen Kontrollen flächendeckend intensiviert werden, um Verstöße gegen das Mindestlohngesetz und das Arbeitszeitgesetz aufdecken zu können. Gleiches gilt für Steuerhinterziehungen wegen unzulässig im Ausland angemeldeter Fahrzeuge, Delikte von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit.

Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft, dass alle Paketdienste in die Tarifbindung gehen und sie zudem Sorge dafür tragen, dass dies auch für die von ihnen beauftragten Subunternehmen gilt. Die Kommunen nimmt Kocsis ebenfalls in die Pflicht: Vielerorts würden derzeit Logistikkonzepte für eine ökologische Zustellung erprobt. Die Teilnahme von Paketdiensten an solchen Projekten müsse an die Verpflichtung geknüpft werden, die Beschäftigten nach Tarif zu bezahlen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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