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13.11.2018

Mindestlohngesetz: Viele Verstöße in Hotellerie und Gastgewerbe

Betrieben im Hotel- und Gastgewerbe, die gegen das Mindestlohngesetz verstoßen, wird es leicht gemacht: Sie müssen - die aktuelle Kontrollintensität vorausgesetzt - rein statistisch nur aller vierzig (!) Jahre eine Kontrolle des Zolls befürchten. Das rechnet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor.

Es ist quasi ein offenes Geheimnis, dass in Hotellerie und im Gastgewerbe keineswegs immer der Mindestlohn gezahlt wird. Vor allem müssen die schwarzen Schafe nicht kurzfristig mit einem Besuch der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) rechnen. Denn Kontrollen sind selten. Die FKS ist ein Ableger der Zollverwaltung, die Schwarzarbeit wie Verstöße gegen das Mindestlohngesetz bekämpft und ahndet.

Im Arbeitsbereich FKS ist der Personalmangel ausgeprägt, weiß die Gewerkschaft NGG und fordert mehr Personal für diese Tätigkeit. "Ohne ein massives Plus bei den Kontrollen werden die schwarzen Schafe in der Wirtschaft weiterhin leichtes Spiel haben", entrüstet sich NGG-Vorsitzender Guido Zeitler. Und er fährt fort: "Gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe sehen wir, dass Kontrolle besser ist als Vertrauen".

Wie recht er hat, zeigen die Halbjahreszahlen der FKS. Acht Prozent aller 2.200 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne betrafen in den ersten sechs Monaten 2018 die Hotellerie wie die Gastronomie. Nach Angaben der NGG entspricht dies einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Gewerkschaftschef gibt außerdem zu bedenken, dass diese Zahlen "nur die Spitze des Eisbergs" zeigen. Aufgrund des Personalmangels bei der FKS würden nur in den seltensten Fällen "die Tricksereien bei Arbeitszeiten und Lohnabrechnungen" auch aufgedeckt.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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