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09.11.2018

NGG kritisiert Tarifflucht in Ostdeutschland

Jeder dritte ostdeutsche Vollzeitbeschäftigte ist mittlerweile Geringverdiener: 33,6 Prozent kamen 2017 bei voller Stundenzahl auf weniger als 2.139 Euro brutto im Monat. Das berichtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf Zahlen der Bundesregierung. Die NGG sieht die Tarifflucht ostdeutscher Betriebe als Hauptgrund für das Ost-West-Lohngefälle an.

Immer mehr Unternehmen würden sich "davor drücken", ihren Beschäftigten einen "fairen Tariflohn" zu zahlen, heißt es bei der Gewerkschaft. Besonders stark sei diese Praxis in Ostdeutschland ausgeprägt: Dort seien Tarifverträge in Branchen wie dem Bäckerhandwerk oder dem Gastgewerbe eine Rarität: "Neun von zehn Hotels, Gaststätten und Pensionen im Osten sind nicht tarifgebunden", sagt Guido Zeitler, neu gewählter Vorsitzender der NGG. In Westdeutschland seien 27 Prozent der Betriebe tarifgebunden.

Die Gewerkschaft beruft sich auf Zahlen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei. Demnach läge jeder dritte Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland unter der amtlichen Niedriglohnschwelle. Als Geringverdiener gilt, wer weniger als zwei Drittel des mittleren Einkommens verdient. In Westdeutschland liegt die Quote mit 16,7 Prozent wesentlich niedriger. Trotzdem bedeutet es, dass auch dort jeder sechste Vollzeitarbeitnehmer Geringverdiener ist.

"Hielten sich mehr Firmen in Ostdeutschland an Tarifverträge, dann gäbe es die Lohn-Mauer in dieser Form nicht", hebt Zeitler hervor. So zeige eine Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung, dass der Ost-West-Unterschied bei den Tariflöhnen bei lediglich 2,5 Prozent liege. "Die tatsächlich gezahlten Bruttolöhne hingegen fallen laut Bundesagentur für Arbeit im Osten um ein Fünftel niedriger aus", moniert die NGG.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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