Nachrichten für Betriebsräte!

(c) photocrew / fotoliaUm mit dem Arbeitgeber auf Augenhöhe zu bleiben, gilt es für Betriebsräte, aktuelle Entwicklungen im Arbeitsrecht, Arbeits- & Gesundheitsschutz und in anderen Bereichen zu verfolgen. BetriebsratsPraxis24.de bietet Euch/Ihnen daher täglich kostenlose und praxisnahe Nachrichten aus diesen Bereichen. So wird keine rechtliche Neuerung mehr verpasst und die Mitbestimmung im Betrieb bzw. Unternehmen erleichtert! Weitere Vorteile finden sich hier.

Aktuell, verlässlich, informativ: Unser kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über aktuelle Entwicklungen. Also: Am besten gleich anmelden.

Photo: "Newsletter" / © photocrew (fotolia)


11.07.2018

LAG Düsseldorf bestätigt erneut: Eigenmächtiger Spontan-Urlaub rechtfertigt Kündigung

Nicht genehmigter, gleichwohl angetretener Urlaub kann eine Kündigung rechtfertigen. Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf entschieden. Eine Angestellte hatte im Anschluss an eine bestandene Prüfung von ihrem Vater eine Mallorca-Reise geschenkt bekommen, die sie unverzüglich antrat. Ihren Arbeitgeber informierte sie erst per E-Mail von der Balearen-Insel (Az.: 8 Sa 87/18).

http://www.wkdis.de/aktuelles/images/aktuelles-baleares.jpg

Die Frau war seit August 2014 in dem Betrieb tätig. Parallel absolvierte sie ein Masterstudium, das sie am 21. Juni 2017 erfolgreich abschloss. Am darauffolgenden Donnerstag und Freitag hatte sie genehmigten Urlaub. Am Montag ging um 12.04 Uhr eine E-Mail von ihr mit dem Betreff "Spontan-Urlaub" im Büro ein. Ihr Vater habe sie anlässlich der bestandenen Prüfung mit einer Mallorca-Reise überrascht. Außerdem kündigte sie ihre Abwesenheit für die laufende Woche an.

Der Vorgesetzte antwortete, dass ihre Anwesenheit aus dringenden betrieblichen Gründen erforderlich sei. Das gehe nicht, da sie bereits in Mallorca sei, so ihre Replik. Nachdem sie auch am Montag der folgenden Woche nicht zur Arbeit kam, wurde ihr nach Anhörung des Betriebsrats fristgerecht gekündigt.

Das Arbeitsgericht (ArbG) Düsseldorf hatte die Klage der Frau abgewiesen: Sie habe ihre arbeitsvertraglichen Pflichten bewusst verletzt. In der Verhandlung vor dem LAG deutete sich ein ähnliches Ergebnis an: Die Kammer wies darauf hin, dass die eigenmächtige Inanspruchnahme von Urlaub ein Grund sei, der sogar eine fristlose Kündigung rechtfertige.

Spätestens mit ihrer letzten Mail habe die Klägerin zu erkennen gegeben, an dem nicht genehmigten Urlaub festzuhalten. Auch die Interessenabwägung falle aufgrund der kurzen Beschäftigungsdauer zu Lasten der Klägerin aus. Es sei höchstens fraglich, ob die Betriebsratsanhörung ordnungsgemäß erfolgt sei. Allerdings sei der Betriebsratsvorsitzende in die Gespräche mit der Klägerin eingebunden gewesen. Die Parteien einigten sich schließlich auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum Kündigungsdatum. Die Frau erhält ein Zeugnis sowie eine Abfindung von 4.000 Euro.

Urteil des LAG Düsseldorf vom 10.07.2018 (Az.: 8 Sa 87/18).

Vorinstanz: Urteil des ArbG Düsseldorf vom 20.12.2017 (Az.: 8 Ca 3919/17).

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

AGB | Datenschutz | Impressum | Leistungsschutzrecht | Copyright © 2018 Wolters Kluwer Deutschland GmbH


Luchterhand Fachverlag Logo
UAN_nv_1409
/fachwissen/