Nachrichten für Betriebsräte!

(c) photocrew / fotoliaUm mit dem Arbeitgeber auf Augenhöhe zu bleiben, gilt es für Betriebsräte, aktuelle Entwicklungen im Arbeitsrecht, Arbeits- & Gesundheitsschutz und in anderen Bereichen zu verfolgen. BetriebsratsPraxis24.de bietet Euch/Ihnen daher täglich kostenlose und praxisnahe Nachrichten aus diesen Bereichen. So wird keine rechtliche Neuerung mehr verpasst und die Mitbestimmung im Betrieb bzw. Unternehmen erleichtert! Weitere Vorteile finden sich hier.

Aktuell, verlässlich, informativ: Unser kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über aktuelle Entwicklungen.

Photo: "Newsletter" / © photocrew (fotolia)


21.06.2018

Studie: Arbeiten auf Abruf mindert die Lebenszufriedenheit

Die Flexibilisierung der Arbeit ist regelmäßiger Diskussionspunkt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern: Was den einen zu wenig Flexibilität ist, ist den anderen zu viel davon. Das IAB hat nun Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet. Das Ergebnis zeigt: 4,5 Prozent der Beschäftigten arbeiten hierzulande auf Abruf. Bei den Minijobbern sind es sogar 12 Prozent.

Arbeit auf Abruf, Rufbereitschaft und Bereitschaft unterscheiden sich voneinander: Bei der Arbeit auf Abruf wird lediglich vereinbart, wie viele Stunden der Arbeitnehmer pro Woche arbeiten muss. Wann die Arbeit anfällt, das legt der Arbeitgeber im Alleingang flexibel fest. Auch werde dem Arbeitgeber die Möglichkeit eingeräumt, die Dauer der vereinbarten Arbeitszeit zu unter- oder überschreiten.

Für die Arbeitnehmerseite sei dieses Maß an Flexibilität "mitunter eine unzulässige Verlagerung des unternehmerischen Risikos auf die Beschäftigten", heißt es in dem Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Anders präsentiert sich die Flexibilität bei der Rufbereitschaft oder dem Bereitschaftsdienst. Rufbereitschaft werde zusätzlich zur regulären Arbeitszeit geleistet. Die Frist, in der der Arbeitsplatz erreicht werden muss, ist vorher festgelegt worden. Techniker von Versorgungsunternehmen, die im Notfall bereit stehen müssen, haben zum Beispiel solche Vereinbarungen in ihren Arbeitsverträgen.

Bereitschaftsdienste finden ebenfalls zusätzlich zur regulären Arbeitszeit statt; allerdings ohne Anfahrt. Vielmehr wird ein Verbleib während des Bereitschaftsdienstes im Betrieb vereinbart. Typische Beispiele dafür sind die Dienste von medizinischen Mitarbeitern in Krankenhäusern: Diejenigen, die Bereitschaft haben, können schlafen, Videos schauen oder lesen, aber sie dürfen das Krankenhaus nicht verlassen.

Von der Arbeit auf Abruf sind besonders häufig (9 %) Beschäftigte in Hotel- und Gastgewerbebetrieben betroffen. Die Arbeitsmarktforscher erklären den hohen Anteil damit, dass in diesen Berufen "plötzliche Schwankungen der Geschäftstätigkeit nicht untypisch sind".

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf Abruf zur Arbeit parat stehen müssen, "sind mit ihrem Leben und ihrer Freizeit weniger zufrieden als andere Personen", schreiben die Autoren der Studie. Für Arbeitnehmer mit Rufbereitschaft oder Bereitschaftsdienst wurde kein entsprechender Zusammenhang gefunden.

Der Studie von Eva Hank und Jens Stegmaier "Wenn die Arbeit ruft", IAB-Kurzbericht Nr. 14/2018, liegen die SOEP-Daten, eine repräsentative Längsschnittbefragung von rund 25.000 Personen, zugrunde.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

AGB | Datenschutz | Impressum | Leistungsschutzrecht |  © FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH – Der F.A.Z.-Fachverlag * Alle Rechte vorbehalten

UAN_nv_1409
/fachwissen/