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13.06.2018

Gleitzeit hilft Müttern beim beruflichen Wiedereinstieg, Nachtschicht nicht

Betriebliche Arbeitszeitmodelle haben großen Einfluss darauf, ob es Müttern gelingt, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Das zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung, nach der Frauen nach der Elternzeit eher in den Beruf zurückkehren, wenn sie in Gleitzeit arbeiten können. Regelmäßige Nachtschichten des Partners wirken sich dagegen ungünstig auf den beruflichen Wiedereinstieg aus.

Der Status quo ist der Studie zufolge eindeutig: Während 96 Prozent der Arbeitnehmerinnen in Elternzeit gehen, und das meistens für zwölf Monate, sind es nur ein Drittel der Männer, die in der Regel der Arbeit nur zwei Monate fernbleiben. Hinzu kommt, dass die Teilzeit überwiegend weiblich besetzt ist. Mehr als die Hälfte der Mütter mit Kindern unter drei Jahren ist überhaupt nicht erwerbstätig.

Auf Grundlage von Daten der repräsentativen Langzeitstudie SOEP aus den Jahren 2003 bis 2013 untersuchte Dr. Yvonne Lott, welche Rolle Arbeitszeitarrangements in diesem Zusammenhang spielen. Demnach wirkt sich Gleitzeit "signifikant positiv" auf die Arbeitsmarktchancen von Müttern aus: Die Wahrscheinlichkeit, den Einstieg nach der Elternzeit wieder zu schaffen, steigt damit um etwa 60 Prozent.

Auch Wochenendarbeit von Müttern hat einen positiven Effekt auf die Arbeitsmarktchancen, doch zeigt sich Lott hier kritischer. Denn der Befund zeige, dass Frauen mit Kindern offenbar darauf angewiesen sind, die Arbeitswoche auszudehnen, um den beruflichen Wiedereinstieg zu schaffen. Muss der Partner nachts arbeiten, wirkt sich das negativ aus, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

Die Autorin empfiehlt der Politik daher, Nachtarbeit "so weit wie möglich" zu begrenzen und Müttern mehr Unterstützung dabei zu bieten, Erwerbsarbeit und Familie unter der Woche miteinander vereinbaren zu können. Möglichkeiten hierzu sind mehr Gleitzeit und ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung in Kitas und Schulen. Hilfreich seien zudem gesetzliche Maßnahmen, die eine partnerschaftliche Arbeitsteilung fördern.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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