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18.05.2018

Arbeitszeit-Studie: Selbstbestimmung und Betriebsratsarbeit gegen Entgrenzung und Überlastung

Arbeitszeit-Flexibilität ist ein zweischneidiges Schwert. Das zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Vor allem der Verzicht auf eine Zeiterfassung birgt die Gefahr, dass die gesetzlichen Grenzen der zeitlichen Flexibilisierung überschritten werden. Grundsätzlich sehen aber auch die Beschäftigten Vorteile in flexiblen Arbeitszeitmodellen.

Die Studie basiert auf Daten der IG Metall-Beschäftigtenbefragung aus dem Jahr 2017, an der deutschlandweit etwa 680.000 Personen, hauptsächlich aus dem verarbeitenden Gewerbe, teilgenommen haben. Sie nimmt die Verbreitung, den Umgang und die Auswirkungen zeitflexibler Arbeit unter die Lupe.

Entsprechende Modelle sind, außerhalb der Schichtarbeit, weit verbreitet. An der Spitze steht die Gleitzeit, doch befindet sich die Vertrauensarbeitszeit zunehmend auf dem Vormarsch. Insbesondere Führungskräfte nutzen sie in Kombination mit mobiler Arbeit. "Es zeigt sich, dass die Beschäftigten die Auflösung starrer Grenzen bei der Arbeitszeitgestaltung als eine Steigerung der Arbeitgeberattraktivität empfinden", konstatiert Alexander Piele vom Fraunhofer IAO.

Die Medaille hat allerdings zwei Seiten: Neben den Chancen auf Selbstbestimmung bestünden auch die Gefahren von ausufernden Arbeitszeiten und Entgrenzung. Zeitliche Flexibilisierung überschreite nicht selten auch deren gegenwärtigen gesetzlichen Grenzen - vor allem dann, wenn auf eine Zeiterfassung verzichtet wird. Aktive Betriebsratsarbeit beim Thema Arbeitszeit stellt einen "spürbaren Schutz gegen Entgrenzung" dar, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

Die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben wird umso besser eingeschätzt, je stärker die Gestaltung der Arbeitszeit in den Händen der Beschäftigten liegt, schreiben die Wissenschaftler: "Selbstbestimmung ist hierbei das Zauberwort." Zeitdruck und Stress in der Arbeit seien indes der größte Gegenspieler einer guten Work-Life-Balance.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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