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06.02.2018

LSG Thüringen bestätigt erneut: Kein Versicherungsschutz bei Wegeunfall auf Abwegen und Umwegen

Verunglückt ein Arbeitnehmer auf dem Rückweg von seinem Arbeitsplatz nach Hause, entfällt der Versicherungsschutz dann, wenn der Versicherte bei einem Umweg oder einem Abweg verunfallt. Mit diesem Urteil (Az.: L 1 U 900/17) hat das Thüringer Landessozialgericht eine Berufung zurückgewiesen.

Geklagt hatten die Hinterbliebenen einer Arbeitnehmerin, die auf dem Nachhauseweg tödlich verletzt worden war. Allerdings hatte sich dieser Unfall nicht auf dem direkten Weg ereignet, sondern auf einem Abweg. Daher erkannte weder die Berufsgenossenschaft, noch das Sozialgericht noch das Landessozialgericht einen Arbeitsunfall an

Geschehen war das Folgende: Eine Arbeitnehmerin benutzte für die Rückfahrt vom Arbeitsplatz einen Regionalzug in Richtung Erfurt. Da sie das Aussteigen an ihrem Heimatbahnhof verpasst hatte, blieb sie sitzen und stieg an der nächsten Haltestelle aus.

Auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig stand der Zug, mit dem sie die eine Station hätte zurückfahren können. Die Frau überquerte die Bahngleise und wurde dabei von einer Rangierlok tödlich erfasst.

Das Thüringer Landessozialgericht bestätigte die Auffassung der Berufsgenossenschaft und des Sozialgerichts: Die Verunfallte hatte unstrittig den direkten Rückweg nach Hause verlassen. Die Richter waren sich einig, dass der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Wegeunfallversicherung sofort endet, wenn der direkte Weg verlassen wird. Die tödlich verunglückte Arbeitnehmerin habe sich in entgegengesetzter Richtung von ihrem Ziel wegbewegt. Daher habe sie sich auf einem so genannten Abweg befunden für den kein Versicherungsschutz besteht.

Das Urteil des Thüringer Landsozialgerichts kann "mit der Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundessozialgericht angefochten werden", heißt es aus der Pressestelle.

Urteil des Thüringer Landsozialgerichts vom 08.01.2018 (Az.: L 1 U 900/17).

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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