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07.12.2017

Studie über Belegschaftsaktien: Eine feine Sache - allerdings nur für wenige

Wie steht es eigentlich hierzulande mit Belegschaftsaktien: Wie viele Betriebe bieten denn eine Form von Belegschaftsaktien an? Falls es welche gibt, sind diese dann für alle da oder nur für wenige? Welche Idee steckt in den Unternehmen hinter einer Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter? Diesen und anderen Fragen ist eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung nachgegangen.

Die gute Nachricht der Untersuchung lautet: Viele große Unternehmen offerieren Belegschaftsaktien. Doch die weniger gute Nachricht folgt auf den Fuß: Nur in wenigen Betrieben kommen sie allen Beschäftigten zugute. Die Forscher konstatieren, dass Belegschaftsaktien-Programme "vor allem für Führungskräfte beziehungsweise die Vertreter des oberen Managements" konzipiert werden.

Analysiert haben die Professoren Dr. Thomas Steger, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Regensburg, und Dr. Rainer Sieg, Rechtswissenschaftler aus Passau, insgesamt 160 Unternehmen aus den vier deutschen Börsenindizes. 112 davon (70 %) mit Belegschaftsaktien.

Aus den unterschiedlichsten Gründen bieten die Betriebe Belegschaftsaktien an: In 36 Unternehmen stellen sie zum Beispiel einen Teil der variablen Vergütung dar. In 35 Betrieben sollen die Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligt werden und 32 Unternehmen möchten mit Belegschaftsaktien die Mitarbeiterbindung erhöhen. Ganz am Ende der Skala rangieren die Themen Altersvorsorge (7 Nennungen), Stärkung der Mitbestimmung (6 Nennungen) oder Abwehr von Übernahmen (1 Nennung).

So unterschiedlich die Intentionen sind, mit denen den Beschäftigten Belegschaftsaktien angeboten werden, so verschieden sind auch die Modelle. Schwerpunktmäßig haben die Wissenschaftler drei verschiedene Modelle identifiziert: Gratisaktien oder Modelle mit Preisnachlässen; Modelle, die den Steuerfreibetrag ausschöpfen oder Modelle, die exakt auf eine Zielgruppe - meist das Management - zugeschnitten werden.

Die Studie zieht ein klares Fazit: "Das Potenzial für mehr Beteiligung der Beschäftigten wird oft noch nicht ausgeschöpft, dabei könnte eine stärkere Mitbestimmung Unternehmen nachhaltiger machen". Die Forscher regen an, darüber nachzudenken, "inwieweit die traditionell eher kontaktarmen Stiefschwestern Mitarbeiterkapitalbeteiligung und Mitbestimmung besser zusammenwirken könnten".

Der Mitbestimmungs-Report Nr. 38 der Hans-Böckler-Stiftung "Belegschaftsaktionäre in deutschen Großunternehmen. Herausforderungen und Chancen für die Mitbestimmung" von Thomas Steger, Rainer Sieg und Norbert Kluge, November 2017, steht hier als PDF zum Download bereit.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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