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14.11.2017

WSI-Verteilungsbericht 2017: Die Schere zwischen Arm und Reich bleibt weit offen

Das Vermögen hierzulande ist höchst ungleich verteilt. Wie unterschiedlich die vorhandenen Vermögenswerte der Haushalte sind, zeigt der neue Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie lange Haushalte vom eigenen Vermögen leben können, wenn das Einkommen total ausfällt.

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Was wäre, wenn der Extremfall eintreten würde und die Haushalte einen vollständigen Einkommensausfall hätten: Wie lange würde dann das eigene Vermögen reichen, um den Lebensunterhalt inklusive der Wohnung zu finanzieren? Dieser Frage ging Dr. Anita Tiefensee, WSI-Verteilungsexpertin, nach. Als Basis für ihre Untersuchung verwendete sie die Angaben aus dem Sozio-oekonomischen Panel - kurz SOEP.

Das Ergebnis beleuchtet das Vermögensgefälle in Deutschland. Ein knappes Drittel (30 %) der analysierten Haushalte kann mit seinem Ersparten gerade einmal wenige Wochen oder Monate überbrücken, wenn kein Einkommen mehr existieren würde. Ein Fünftel (20 %) könnte knapp 24 Monate leben, müsste aber die komplette Habe veräußern.

Knapp acht Jahre könnten weitere 30 Prozent von ihrem Vermögen leben. Eine Gruppe von 10 Prozent hat ein solch hohes Vermögen, das sie sogar über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren den bisherigen Lebensstandrad aufrechterhalten könnte. Eine Minderheit verfügt sogar über ein solch hohes Vermögen, dass sie mehr als zwei Dekaden lang kein Einkommen erzielen müsste, ohne den eigenen Konsum zu beschränken.

Der Verteilungsbericht verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Vermögen und Unabhängigkeit: Wer viel hat, muss sich nicht so viele Sorgen um die Zukunft machen. Anders formuliert: "Wer viel Vermögen hat, steht wirtschaftlich weitaus unabhängiger da", so Professorin Dr. Anke Hassel, wissenschaftliche Direktorin des WSI.

Wie unterschiedlich die individuelle Finanzkraft ist, zeigt sich auch deutlichen im Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland, zwischen Familien und Alleinerziehenden, zwischen Jüngeren und Älteren. So können die Haushalte im Osten "lediglich halb so lange Zeiträume durch Vermögensverzehr überbrücken" wie im Westen. Alleinerziehende haben zu 40 Prozent gar kein eigenes Vermögen zum Aufzehren und Ältere haben einen volleren Sparstrumpf als Jüngere.

Die wissenschaftliche Direktorin des WSI, Professorin Hassel, bringt die Vermögens-Analyse auf den Punkt: "Erwerbseinkommen aus ordentlich bezahlter Arbeit und eine wirkungsvolle soziale Sicherung sind für die meisten Menschen in Deutschland unerlässlich" und sie legt den Finger in die Wunde: "Deshalb ist es ein massives Problem, wenn der Niedriglohnsektor bei uns weiterhin größer ist als in vielen anderen europäischen Ländern, wenn das Rentenniveau zu stark sinkt und wichtige Risiken im Erwerbsleben weder staatlich noch privat abzusichern sind".

Der WSI-Verteilungsbericht 2017 "Wie lange reicht das Vermögen bei Einkommensausfall?" (WSI Report 37), steht im Internet als PDF zum Download bereit.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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