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13.11.2017

"Frauen an die Macht" - Mann unterliegt vor LAG Köln mit Diskriminierungsklage

"Frauen an die Macht" - mit dieser Aufforderung suchte ein Autohaus eine Verkäuferin und beschwor damit eine Klage wegen der Diskriminierung männlicher Bewerber geradezu herauf. So kam es auch, doch der Kläger unterlag nun auch in zweiter Instanz. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln sah zwar eine Benachteiligung, hielt diese aber im konkreten Fall für gerechtfertigt (Az.: 7 Sa 913/16).

Auf seiner Homepage suchte das Kölner Autohaus gezielt eine weibliche Angestellte. In der Stellenanzeige hieß es unter anderem: "Frauen an die Macht!! Zur weiteren Verstärkung unseres Verkaufsteams suchen wir eine selbstbewusste, engagierte und erfolgshungrige Verkäuferin." Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beschäftigte das Unternehmen ausschließlich männliche Verkaufsmitarbeiter. Eingestellt wurde eine Bewerberin.

Ein Mann hatte sich auf die Stelle beworben und fühlte sich ob der Absage aufgrund seines Geschlechts diskriminiert. Er verklagte das Autohaus unter Berufung auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) auf Zahlung einer Entschädigung in Höhe von drei Monatsgehältern eines Automobilkaufmanns.

Das LAG Köln kam jedoch zum gleichen Ergebnis wie die Vorinstanz: Der Text der Stellenanzeige spreche zwar dafür, dass der Kläger wegen seiner Eigenschaft als Mann benachteiligt wurde. Diese Benachteiligung sei aber in diesem Fall ausnahmsweise gerechtfertigt, da das Autohaus in seinem gesamten Verkaufs- und Servicebereich bislang nur Männer beschäftigt habe. Diesem Zustand habe es im Interesse der weiblichen Kundschaft und in Absprache mit dem Betriebsrat ein Ende bereiten wollen.

In § 8 Abs. 1 AGG heißt es dazu, dass eine unterschiedliche Behandlung zulässig ist, "wenn dieser Grund wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit oder der Bedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt, sofern der Zweck rechtmäßig und die Anforderung angemessen ist". Genau dies bejahten die Richter.

Urteil des LAG Köln vom 18.05.2017 (Az.: 7 Sa 913/16).

Vorinstanz: Urteil des ArbG Köln vom 10.02.2016 (Az.: 9 Ca 4843/15).

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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