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13.09.2017

Studie: Gewerkschaften droht Überalterung

Der Anteil gewerkschaftlich organisierter Arbeitnehmer liegt in Ungarn bei gerade einmal fünf Prozent - in Dänemark sind es knapp 70 Prozent. Abgesehen davon gibt es aber einige Faktoren, die die Gewerkschaften in Europa eint: Die Mitgliedszahlen sinken, weil vor allem jüngere Menschen nur schwer anzuwerben sind. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.

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Für die Analyse wurden Daten des European Social Survey (ESS) für 16 EU-Länder herangezogen. Dies ist eine repräsentative Befragung, die seit 2002 alle zwei Jahre europaweit durchgeführt wird. Die letzten verfügbaren Daten lagen für das Jahr 2014 vor. Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder sei in nahezu allen untersuchten Ländern "im Sinkflug", so ein Ergebnis der Studie. Lediglich in Belgien und in Spanien gab es 2014 prozentual mehr Mitglieder als 2002.

Den Forschern zufolge gibt es für den Rückgang vor allem drei Ursachen. Die wichtigste sei die Altersstruktur: "Offenbar gelingt es den Gewerkschaften nur schwer, junge Mitglieder anzuwerben, folglich sind die Älteren überrepräsentiert." In Deutschland seien nur 15 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder zwischen 16 und 30 Jahre alt, obwohl diese Altersgruppe fast ein Viertel aller Arbeitnehmer stelle.

Auch bei Teilzeitkräften und Arbeitnehmern mit befristeten Verträgen - sogenannten atypisch Beschäftigten - haben es die Gewerkschaften schwer, heißt es beim IW Köln weiter. In Dänemark beispielsweise seien 78 Prozent der Vollzeitkräfte, aber nur 41 Prozent der Teilzeitkräfte in einer Gewerkschaft. Bei den Unbefristeten seien es knapp 75 Prozent, bei den Befristeten weniger als 59 Prozent.

"Das dritte Problemfeld sind kleine Unternehmen", konstatieren die Studienautoren. In Österreich zum Beispiel seien nur knapp 13 Prozent der Belegschaft aus Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern in einer Gewerkschaft, aber 46 Prozent der Arbeitnehmer aus Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten.

"Die Gewerkschaften haben den Wandel der Arbeitswelt ein Stück weit verschlafen", resümiert IW-Gewerkschaftsexperte Hagen Lesch. Sie müssten seiner Meinung nach nun versuchen, die unterrepräsentierten Personengruppen gezielt anzusprechen, wenn sie ihr Überleben sichern wollten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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