Nachrichten für Betriebsräte!

(c) photocrew / fotoliaUm mit dem Arbeitgeber auf Augenhöhe zu bleiben, gilt es für Betriebsräte, aktuelle Entwicklungen im Arbeitsrecht, Arbeits- & Gesundheitsschutz und in anderen Bereichen zu verfolgen. BetriebsratsPraxis24.de bietet Euch/Ihnen daher täglich kostenlose und praxisnahe Nachrichten aus diesen Bereichen. So wird keine rechtliche Neuerung mehr verpasst und die Mitbestimmung im Betrieb bzw. Unternehmen erleichtert! Weitere Vorteile finden sich hier.

Aktuell, verlässlich, informativ: Unser kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über aktuelle Entwicklungen.

Photo: "Newsletter" / © photocrew (fotolia)


20.01.2017

IAB-Studie: Junge und Geringqualifizierte sind besonders oft scheinselbstständig

"Die Rechtsunsicherheit scheint beachtlich zu sein", schreiben die Arbeitsmarktforscher Hans Dietrich und Alexander Patzina zur Scheinselbstständigkeit. In einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nahmen sie das Thema unter die Lupe und stellten fest, dass bestimmte Personengruppen eher scheinselbstständig werden als andere.

Demnach haben Erwerbstätige unter 25 Jahren ein sechs Prozent höheres Risiko einer Scheinselbstständigkeit als eine Vergleichsgruppe von 35- bis 44-Jährigen. Bei Geringqualifizierten ohne beruflichen Abschluss erhöht sich das Risiko um drei Prozent. Bei Beschäftigten, die zuvor arbeitslos waren, steigt das Risiko einer scheinselbstständigen Beschäftigung mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit um etwa ein Prozent je Jahr der Arbeitslosigkeit. Auch Personen mit Migrationshintergrund und Frauen haben ein mit zwei Prozent leicht erhöhtes Risiko, in die Scheinselbstständigkeit zu geraten.

Als scheinselbstständig gelten gemeinhin scheinbar selbstständig Beschäftigte, die Weisungen ihres Auftraggebers zu Art, Zeit und Ort der Leistungserbringung unterliegen und verpflichtet sind, seine Arbeitsmittel zu nutzen und mit seinen Mitarbeitern zusammenzuarbeiten. Sie wären damit eigentlich abhängig Beschäftigte mit einem gesetzlichen Anspruch auf Arbeitnehmerschutzrechte. Wer scheinselbstständig ist, erzielt den Forschern zufolge 20 bis 22 Prozent weniger Erwerbseinkommen als abhängig Beschäftigte oder reguläre Selbstständige.

Fehlendes Wissen um die eigene Rechtsposition und ihre Konsequenzen tragen dazu bei, dass Erwerbstätige mit ungünstigen Arbeitsmarktvoraussetzungen eher scheinselbständige Vertragsverhältnisse eingehen, resümieren die Autoren. Die Studie lege nahe, die bestehenden Prüfverfahren fortzusetzen und gegebenenfalls zu intensivieren. Darüber hinaus plädieren sie dafür, "die Öffentlichkeit verstärkt über die Bedeutung von Arbeitsverträgen aufzuklären, die umfassende Arbeitnehmer(-schutz)rechte sowie sozialversicherungsrechtliche Absicherung garantieren".

Die IAB-Studie ist hier kostenfrei als PDF-Datei abrufbar.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

AGB | Datenschutz | Impressum | Leistungsschutzrecht |  © FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH – Der F.A.Z.-Fachverlag * Alle Rechte vorbehalten

UAN_nv_1409
/fachwissen/