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28.04.2015

Amazon erhält zwei "Big Brother Awards" für schlechten Umgang mit Arbeitnehmern

Der Internet-Versandhändler Amazon ist mit dem Big Brother Award 2015 des Vereins Digitalcourage ausgezeichnet worden. Die zweifelhafte Ehre verdiente sich das Unternehmen ver.di zufolge mit "dreisten Unverschämtheiten" wie der Weitergabe sensibelster Daten seiner Mitarbeiter, Kontrolle, Überwachung und Leistungsdruck. Die Gewerkschaft forderte die Behörden auf, "umgehend zu handeln".

Den Preis als "größte Datenkrake" in der Kategorie Arbeitswelt erhielten die Amazon-Standorte in Bad Hersfeld und Koblenz, doch lägen Arbeitsverträge wie die von der Jury bemängelten auch für Rheinberg und Leipzig vor. Aufgrund der zentralisierten Unternehmensführung geht Stefan Najda, bei ver.di für den Online- und Versandhandel zuständig, davon aus, dass das Vorgehen an allen Versandstandorten gängige Praxis sei.

Mitarbeiter der Amazon-GmbHs müssten in ihren Arbeitsverträgen unter anderem einwilligen, dass "selbst sensible Gesundheitsdaten" an eine zentrale Datenbank in den USA übermittelt, dort verarbeitet und genutzt werden dürfen. Darüber hinaus sollen sie sich damit einverstanden erklären, dass ein vom Arbeitgeber bestimmter Arzt, der von der Schweigepflicht zu entbinden ist, sie jederzeit untersuchen darf. Für Najda ist das eine grundlegende Missachtung grundlegender Daten- und Persönlichkeitsrechte. Er forderte die zuständigen Datenschutzbehörden auf, einzuschreiten.

"Das Unternehmen überwacht die einzelnen Arbeitsschritte seiner Beschäftigten akribisch", berichtet Najda. So würden in sogenannten "Inaktivitätsprotokollen" selbst kleinste Arbeitsunterbrechungen von nur einer Minute beanstandet. Die Kontrolle sei "Teil des Systems" und zeige, dass die Amazon-Beschäftigten gute und verlässliche Arbeitsbedingungen brauchen, "die ihnen in einem Tarifvertrag garantiert werden".

Damit nicht genug: Auch in der Kategorie Wirtschaft ging Amazon, gemeinsam mit einem weiteren Unternehmen, als Preisträger hervor. Der Crowdworking-Ableger "Amazon Mechanical Turk" setze digitales Tagelöhnertum um und biete laut Jury "Job-Häppchen ohne Mindestlohn, ohne Krankenversicherung, ohne Urlaubsanspruch und ohne Solidarität".

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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