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20.02.2015

Studie: Arbeitslosigkeit kostet jährlich 45.000 Menschenleben

Jeder fünfte Suizid weltweit steht direkt oder indirekt mit Arbeitslosigkeit in Verbindung. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Zürich, für die Daten aus 63 Ländern für die Zeit von 2000 bis 2011 ausgewertet wurden. Vor allem nach dem Krisenjahr 2008 stieg die Rate stärker an als bisher angenommen. Die Autoren empfehlen Präventionsmaßnahmen und Schulungen in den Betrieben.

Die Zahl der Menschen, die sich jährlich das Leben nehmen, weil sie keine Arbeit haben oder jemand in ihrem Umfeld von Arbeitslosigkeit betroffen ist, beziffern die Wissenschaftler auf 45.000. Es gebe zwar länderspezifische Besonderheiten, doch wiesen alle vier untersuchten Weltregionen (Nord- und Südamerika, Nord- und Westeuropa, Süd- und Osteuropa sowie Nicht-Amerika und Nicht-Europa) einen ähnlich starken Zusammenhang zwischen Arbeitslosen- und Suizidrate auf. Auch spielten Geschlecht und Altersgruppe keine Rolle.

Bereits bekannt war den Studienautoren zufolge, dass die Zahl der Suizide nach dem Krisenjahr 2008 kurzfristig um 5000 Fälle gestiegen war. Insgesamt seien in diesem Zeitraum jedoch rund 46.000 Selbsttötungen mit der Arbeitslosenrate verbunden gewesen: "Damit war die Zahl der Suizide mit diesem Hintergrund neunmal grösser als der bisher bekannte Anstieg", berichtet Carlos Nordt von der Universitätsklinik Zürich.

In Ländern mit hohen Erwerbslosenquoten war der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Suizid stärker ausgeprägt, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Hier seien "unbedingt" Investitionen in Programme erforderlich, die Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren und ein gesundes Arbeitsklima fördern.

Darüber hinaus ging laut Studie der Anstieg der Suizidrate dem der Arbeitslosenrate um etwa sechs Monate voraus. Das heißt Psychiater Wolfram Kawohl zufolge, dass die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt offensichtlich antizipiert wurde: "Bereits die Verunsicherung über die Entwicklung der ökonomischen Situation scheint negative Konsequenzen zu haben." So könne beispielsweise zunehmender Druck am Arbeitsplatz Suizide begünstigen. Nötig sei die Schulung von Fachpersonal, etwa in den Personalabteilungen, die das erhöhte Risiko erkennen und entsprechend handeln können.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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